Medienkrise Jeder siebte Journalist arbeitslos

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht in dem rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Branche eine Gefahr für die Pressevielfalt. Zum Jahresende 2002 waren den Verbandschätzungen zufolge mindestens 10.000 Journalisten ohne Arbeit.


Berlin - Angesichts der Krise auf dem Medienmarkt greife die Rationalisierung in den Verlagen verstärkt auf die Redaktionen über, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Rolf Lautenbach. Bis Mitte 2002 waren nach DJV-Angaben 6000 Journalisten arbeitslos gemeldet. "Zusammen mit der sogenannten Dunkelziffer und den angekündigten Entlassungen dürfte die Zahl inzwischen fünfstellig sein. Laut DJV liegt die Zahl der Journalisten in Deutschland bei rund 70.000, davon gehörten 40.000 dem DJV an.

Nach Ansicht von Lautenbach leidet durch den massiven Abbau von Arbeitsplätzen sowohl die Pressevielfalt in Deutschland als auch die Qualität der Berichterstattung. Der DJV-Vorsitzende sprach sich deshalb auch gegen eine Ministererlaubnis für den Holtzbrinck-Verlag aus, mit der eine Fusion von "Berliner Zeitung" und "Tagesspiegel" ermöglicht werden könnte. Sollte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) grünes Licht dafür geben, wäre dies eine "Katastrophe" für die Pressevielfalt sowie ein Präzedenzfall für weitere Medienfusionen.



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