Medizinermangel Kanada ködert schwule US-Ärzte

Kanada ist stolz darauf, im Umgang mit anderen Lebensstilen weit toleranter zu sein als der südliche Nachbar USA. Das will der kanadische Bundesstaat Ontario nun ausnutzen, um seinen Mangel an qualifizierten Medizinern in den Griff zu bekommen.


Toronto - Ontarios Gesundheitsminister George Smitherman habe bereits an einer Sitzung der Gay and Lesbian Medical Association (GLMA) teilgenommen, sagte sein Sprecher gestern. Dabei sei es darum gegangen, homosexuelle Ärztinnen und Ärzte zum Umzug nach Norden zu bewegen.

Tolerantes Toronto: "Um Längen voraus"
AP

Tolerantes Toronto: "Um Längen voraus"

GLMA-Chef Joel Ginsberg sagte, es habe anschließend zahlreiche Anfragen zum kanadischen Einwanderungsrecht gegeben. "Kanada ist den USA um Längen voraus, was die Anerkennung der grundlegenden Menschenrechte von schwulen, lesbischen und bisexuellen Personen und Transidenten angeht", sagte er. Als Arzt in Kanada arbeiten zu können sei daher sehr verlockend.

In Ontario fehlen Schätzungen zufolge 2200 Ärzte, fast 1,2 Millionen Menschen haben keinen Hausarzt. Die Provinz hatte 2003 als erste Regierungseinheit in Nordamerika gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt. Inzwischen sind in ganz Kanada zugelassen.



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