Trotz Russlandsanktionen Megajacht »Solandge« darf Hamburger Hafen verlassen

Seit Beginn der Sanktionen ein Rätsel: Gehört die Megajacht im Hamburger Hafen einem russischen Oligarchen? Das Bundeswirtschaftsministerium sagt: Nein. Nun soll das Schiff den Hafen verlassen dürfen.
Gerade noch in Hamburg, bald wohl wieder unterwegs: die Jacht »Solandge«

Gerade noch in Hamburg, bald wohl wieder unterwegs: die Jacht »Solandge«

Foto: Markus Scholz / picture alliance / dpa

Seit Monaten liegt die 85 Meter lange Megajacht »Solandge« im Hafen, nun soll sie Hamburg verlassen dürfen – obwohl es Gerüchte gibt, dass sie einem russischen Oligarchen gehört.

Nach einer ausführlichen Untersuchung konnte dies jedoch nicht bestätigt werden, wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums mitteilte. Zuerst hat der NDR darüber berichtet.

Man sei »allen bekannten Hinweisen intensiv nachgegangen«, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums dem NDR. Internationale Partner, aber auch das Bundeskriminalamt, sollen an der Untersuchung beteiligt gewesen sein.

Mehreren Medienberichten zufolge soll die »Solandge« dem russischen Geschäftsmann Suleiman Kerimow gehören, der seit Mitte März auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht. Letztendlich seien jedoch keine Anhaltspunkte dafür gefunden worden, dass das Schiff dem russischen Oligarchen gehört.

Die »Solandge« wird seit Ende vorherigen Jahres in einem Dock der Bremer Werft Blohm+Voss überholt. Nun scheint sie abfahrbereit zu sein: Schon Ende vorheriger Woche hatte die Jacht stundenlang Kreise im Hafen gedreht. Nun soll sie nach Angaben des NDR »wahrscheinlich noch im Laufe der Woche« den Hafen verlassen.

Die Eigentumsverhältnisse solcher Schiffe sind notorisch schwer feststellbar. Viele der Jachten sind in Steueroasen registriert, die »Solandge« etwa soll auf Malta verzeichnet sein. Wer die Jacht nutzt, ist häufig nicht in den Schiffsregistern einsehbar, stattdessen gehören viele der Schiffe offiziell Briefkastenfirmen.

So etwa im Fall der Superjacht »Dilbar«, die noch im Hamburger Hafen liegt und dem sanktionierten russischen Oligarchen Alisher Usmanow zugeordnet wird. Auf dem Papier gehört sie einer Briefkastenfirma auf den Kaimaninseln. Im Gegensatz zur »Solandge« ist die »Dilbar« aber nicht abfahrbereit: Sie liegt nach wie vor in einem Trockendock der Werft Blohm+Voss.

jlk
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