Mehr Geld für Banker Citigroup plant Gehaltserhöhungen

Es geht aufwärts bei der Citigroup - zumindest mit den Gehältern. Die angeschlagene US-Bank will einem Bericht zufolge Mitarbeitern bis zu 50 Prozent mehr Geld zahlen. Damit will die Bank verhindern, dass Beschäftigte zur Konkurrenz wechseln.


New York - Bonus weg, Grundgehalt rauf: Die Citigroup plant laut einem Bericht der "New York Times", für ihre Mitarbeiter den Verlust von Leistungsprämien erträglicher zu gestalten. Wie die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, plant die angeschlagene US-Bank, die Grundgehälter in diesem Jahr anzuheben - um bis zu 50 Prozent. Daneben sei die Ausgabe neuer Aktienoptionen geplant, da die bestehenden Optionen stark an Wert verloren hätten.

Citigroup: Das Institut plant kräftige Aufschläge beim Grundgehalt
REUTERS

Citigroup: Das Institut plant kräftige Aufschläge beim Grundgehalt

Mit dem Gehaltsplus will die Citigroup dem Bericht zufolge verhindern, dass Beschäftigte zur Konkurrenz abwandern. Andere Banken wie Morgan Stanley und die Bank of America hätten sich bereits entschieden, die Grundgehälter anzuheben. Bei der Citigroup solle der Schritt dazu führen, dass die meisten Mitarbeiter genauso viel verdienten wie 2008 einschließlich aller Boni.

Außerdem will die Citigroup offenbar die Bedeutung von Prämien verringern. In der Vergangenheit hatten einige Boni Mitarbeiter angeregt, übermäßige Risiken einzugehen, um sich so einen hohen Gehaltszuschlag zu verdienen.

Die Bank äußerte sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Plan. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten jedoch, dass der Vergütungsplan eine Reaktion auf die weit verbreitete Auffassung an der Wall Street sei, dass Bonuszahlungen keine Einmalzahlungen im ursprünglichen Sinne seien, sondern eine Art verzögerter Gehaltszahlung. Das neue System werde der Citigroup erlauben, die Bonuszahlungen stärker an der Leistung eines Beschäftigten auszurichten.

Brisant an dem Plan ist, dass indirekt auch der amerikanische Staat als Anteilseigner der Citigroup für die höheren Gehälter einsteht. Allerdings hat die US-Regierung keine Möglichkeit, den Aufschlag zu verhindern. Sie hat lediglich Kontrolle über die Gehälter für Top-Manager, die Bezahlung der übrigen Beschäftigten liegt im Ermessen der Bankführung.

Die Citigroup hatte kräftige Finanzspritzen aus Washington bekommen, die letztlich von den Steuerzahlern finanziert sind. Zudem stockt der Staat seine Beteiligung an dem Finanzkonzern auf mehr als 30 Prozent auf.

tko/ddp



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