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LUFTHANSA Mehr Macht für Ver.di

aus DER SPIEGEL 12/2007

Im Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa hat die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ihren Einfluss deutlich verstärkt. Hintergrund ist ein seit längerem schwelender Streit bei der Stewardessen-Vertretung UFO, von dem nun ausgerechnet die von ihr bislang erbittert bekämpfte Großorganisation Ver.di profitiert. Nach heftigen juristischen Scharmützeln hatten Kritiker des UFO-Vorsitzenden Mirco Vorwerk vor kurzem Neuwahlen bei der Kabinengewerkschaft durchgesetzt. Sie organisiert allein bei der Lufthansa mehrere tausend Bordmitarbeiter. Doch bei der bevorstehenden Abstimmung drohten dem UFO-Chef und einer engen Vertrauten von ihm die Abwahl. Wohl nicht ganz zufällig verkündeten Vorwerk und seine Mitstreiterin deshalb Anfang März überraschend ihren Wechsel zu Ver.di - und sicherten sich damit zumindest bis zum Ablauf ihrer Mandate im Frühsommer 2008 den Verbleib im Lufthansa-Kontrollgremium. Mit Hilfe der beiden Überläufer hat Ver.di-Chef Frank Bsirske seine Machtposition im Aufsichtsrat des Konzerns nun erheblich ausgeweitet: Von zehn Arbeitnehmervertretern besitzen jetzt gleich sieben ein Ver.di-Mitgliedsbuch - zum Missfallen der Kapitalvertreter in dem exklusiven Gremium. Sie hatten Bsirske vor einigen Jahren heftig kritisiert, weil der Lufthansa durch einen von ihm initiierten Streik des Flughafenpersonals empfindliche Einbußen entstanden waren.

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