Mehr Privatsphäre Deutsche Bahn plant Rückkehr zu Abteilen

Aus vielen modernen Zügen sind die Abteile längst verschwunden und durch Großraumwagen ersetzt. Nun denkt der Staatskonzern über eine Renaissance des Kleinraums nach.
Familienabteil in einem modernisierten ICE 2

Familienabteil in einem modernisierten ICE 2

Foto: Daniel Karmann / dpa

Wenn in diesem Frühjahr und Sommer weitere ICE-Schnellzüge der vierten Generation bei der Deutschen Bahn aufs Gleis gestellt werden, erwartet die Fahrgäste ein großzügiger Blick: Sitzreihen, wohin das Auge blickt. Abteile gibt es hier nur noch für Familien mit Kleinkindern.

Das aber könnte sich schon bald ändern. Das Staatsunternehmen  denkt offenbar darüber nach, die Waggons wieder stärker zu untergliedern. »Unsere Kunden wünschen sich mehr Rückzugsmöglichkeiten und dafür wieder mehr abteilähnliche Räume«, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Berthold Huber. Bis zum Herbst sollen erste Konzepte für neue Innenraumgestaltungen der Züge vorliegen.

Es wäre eine Trendwende: Seit Jahrzehnten verabschiedet sich die Bahn mit jeder neuen Zuggeneration ein Stück weiter vom Abteil. Hatten die ältesten ICE 1 noch knapp ein Drittel Abteilplätze, gibt es diese im aktuellen Flaggschiff quasi gar nicht mehr. Die Pläne der Bahn seien »Überlegungen für die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts«, so Huber.

Dann aber denke man über eine Generation ganz neuer Hochgeschwindigkeitszüge nach. Diese werden benötigt, weil das Staatsunternehmen sich vorgenommen hat, 2030 im Fernverkehr 260 Millionen Kunden zu fahren. Doppelt so viele wie 2015 und dreimal mehr als 2020.

Die Menschen seien hungrig auf Reisen, sagte Huber. »Die Nachfrage wird viel schneller zurückkommen, als manche jetzt sagen.« Die Bahn tue alles dafür, dass Reisen mit dem Zug so sicher sei wie möglich und Abstände gewahrt werden könnten. Sonderrechte für Geimpfte werde es dabei nicht geben.

sbo/dpa