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Mehr Umsatz mit weniger Personal

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aus DER SPIEGEL 35/1983

Unbeirrt widersetzt sich die Mehrheit der bundesdeutschen Unternehmensführer jedweder Form von Arbeitszeitverkürzung. Nur mit zusätzlichem Wachstum, so das Standard-Argument, ließen sich die Beschäftigungsnöte lindern. In ihren Unternehmen demonstrieren die Manager unterdes, daß auch zusätzlicher Umsatz mit weniger Leuten zu schaffen ist. Nur wenige der großen deutschen Industrie-Unternehmen haben im vergangenen Jahr die Mitarbeiterzahl halten können, fast alle erwiesen sich als Meister im Rationalisieren. Siemens, das zweitgrößte deutsche Industrie-Unternehmen, drückte die Beschäftigtenzahl in Deutschland um 10 000; gleichzeitig wuchs der Umsatz um 1,5 Milliarden. Erfolgreich im Rationalisieren waren auch die meisten Automobil-Unternehmen. Die Volkswagen AG, die voriges Jahr den Umsatz um 626 Millionen Mark erhöhte, kam mit 1200 Beschäftigten weniger aus. Daß, wie so oft verheißen, die Elektronik-Industrie den Rationalisierungsopfern genügend neue Jobs bietet, ist unwahrscheinlich. Die deutsche IBM-Tochter erhöhte 1982 die Zahl der Beschäftigten nur von 27 300 auf 27 600, gleichzeitig stieg der Umsatz um 16 Prozent. Für dieses Jahr ist bei dem Computerhersteller keine Personal-Ausweitung vorgesehen. Wie auch: Immer mehr IBM-Maschinen werden inzwischen schon mit Roboter-Hilfe gebaut.

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