Mehrwertsteuer Ikea kündigt Preiserhöhungen an

Der Möbelhersteller Ikea will die Mehrwertsteuererhöhung in vollem Umfang an den Kunden weitergeben. Ein wenig Zeit geben die Schweden ihren Kunden aber noch. Die neuen Preise gelten ab Februar 2007.


Frankfurt am Main - "Als Niedrigpreisunternehmen können wir diese Steuererhöhung nicht kompensieren", sagte Ikea-Geschäftsführerin Petra Hesser heute. Die neuen Preise würden aber erst ab Februar gelten, weil das Einrichtungshaus im Januar traditionell seine Aktionswochen veranstalte.

Ikea-Filiale bei Wallau: Wochenend-Shopping soll etabliert werden
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Ikea-Filiale bei Wallau: Wochenend-Shopping soll etabliert werden

Die Kunden haben also im Vorfeld der Preisrunde genügend Zeit, sich noch die dringendsten Wünsche zu erfüllen. Mehr noch: Wenn der Gesetzgeber mitspielt, werden auch die Ladenöffnungszeiten deutlich ausgedehnt. Die derzeit 39 deutschen Ikea-Filialen sollen künftig von Montag bis Donnerstag bis 21 Uhr, freitags und samstags sogar bis 22 Uhr öffnen. "Unsere Idee ist es, das Wochenend-Shopping zu etablieren", sagte Hesser. In Nordrhein-Westfalen hofft Ikea schon für das Weihnachtsgeschäft auf grünes Licht von Seiten des Gesetzgebers.

Die Nachfrage jedenfalls rechtfertigt den zusätzlichen Aufwand. Im vergangenen Geschäftsjahr, das bei Ikea Ende August endet, fuhr der Möbelkonzern mit 2,95 Milliarden Euro einen neuen Rekordumsatz ein - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent. Eingerechnet ist dabei allerdings auch der Umsatz für die neu eröffneten Filialen in Erfurt (Oktober 2005) und Koblenz (Juni 2006). Ohne die beiden neuen Filialen stieg der Umsatz um 3,2 Prozent. Zur Höhe des Gewinns machte Ikea traditionsgemäß auch diesmal wieder keine Angaben. Hesser sprach aber von einem "zufriedenstellenden Ergebnis".

Weitere Einrichtungshäuser sollen das Wachstum sichern. Bereits Mitte November soll eine Filiale in Augsburg, im Frühjahr 2007 ein weiteres Haus in Frankfurt am Main eröffnet werden. Darüber hinaus plant das Unternehmen nach Angaben von Geschäftsführerin Hesser weitere Filialen in Rostock und Berlin. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hätten deutschlandweit rund 40 Millionen Kunden bei Ikea eingekauft und damit 4,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland sei im gleichen Zeitraum um 800 auf 12.444 gestiegen. Weltweit beschäftigte das Unternehmen nach eigenen Angaben in 34 Ländern rund 104.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 17,3 Milliarden Euro ( plus 17 Prozent). Dabei hatte IKEA erstmals auch zwei Filialen in Japan eröffnet.

mik/ddp/dpa/AP



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