Messe für Superreiche Helikopter-Shopping an der Côte d'Azur

Wer noch dringend ein Rennpferd, eine Insel oder einen Hubschrauber braucht, ist auf der "Millionaire Fair" in Cannes richtig. Die Messe für Superreiche startet am Freitag. Der Organisator lässt wissen, Multimillionäre seien gar nicht so blasiert, wie man oft denke.

Cannes - Autos, Hubschrauber, Flugzeuge, Immobilien, Elektronik, Schmuck und kulinarische Köstlichkeiten - die Luxusausstellung im Kongress-Palast von Cannes lässt es an nichts fehlen. Die "Millionaire Fair", die all diese Objekte der Begierde auf einem Fleck vereint, wird bis Sonntag dauern. "Das Konzept kommt einfach sehr gut an bei Leuten mit Geld", sagt der Sprecher der organisierenden Firma GMG, Gérard Sulzbacher.

"Der Champagner fließt natürlich in Strömen", heißt es in der Ankündigung von GMG. Doch dieser Genuss nimmt sich angesichts der sonstigen angebotenen Dienste und Produkte geradezu banal aus. Auf den Messeständen können die Besucher sich zum Beispiel ein Geburtstagskonzert der Rolling Stones für fünf Millionen Euro reservieren, einen Weltraumflug für 200.000 Euro buchen oder eine Insel aus dem Mega-Projekt "The World" vor der Küste des Golfemirats Dubai erwerben: Dort wird mit künstlichen Eilanden die Weltkarte reproduziert; die Mini-Staaten kosten zwischen vier Millionen und 31 Millionen Euro.

In den Niederlanden seit fünf Jahren ein Renner

Doch auch diskrete Freuden sind im Angebot für Millionäre, die nicht auffallen wollen. So gibt es einen Reisekoffer, der von außen recht normal aussieht, von innen aber in ausgefeilter Präzisionsarbeit so eingeteilt ist, dass kein Hemd knittert. Eine Art geländegängiges Rollensystem soll außerdem sorgenfreien Transport auch über Kopfsteinpflaster garantieren. Der Preis des unauffälligen Gepäckstücks liegt zwischen 15.000 und 100.000 Euro - je nach Ausführung.

Neben den zurückhaltenden Schwerreichen werden selbstverständliche auch Promis erwartet - das ist gerade an der an Glamour gewöhnten Côte d'Azur selbstverständlich. Und so werden zur Eröffnungsparty am Freitagabend über 2000 VIPs erwartet. Namen will Sulzbacher nicht nennen. Auch Normalsterbliche können die Show besuchen - der Eintritt kostet 35 Euro pro Nase. "Das ist nicht übertrieben, aber es wird die Kundschaft schon ein wenig filtern", meint der Sprecher.

Die Messe ist in Cannes eine Premiere, doch das Konzept ist im Heimatland seines Erfinders Yves Gijrath, den Niederlanden, seit fünf Jahren ein Renner. Bei der ersten Messe vor fünf Jahren in Amsterdam seien 40 Millionen Euro umgesetzt worden, bei der jüngsten Auflage in diesem Jahr schon 250 Millionen Euro, berichtet Sulzbacher.

All diese reichen Leute seien gar nicht so "blasiert", wie häufig angenommen werde, versichert Gijrath, der ursprünglich Verleger von Luxus-Zeitschriften ist: "Sie wollen gerne überrascht werden", weiß der smarte Niederländer, der 10.000 Besucher in Cannes erwartet, wo die Atmosphäre "eine Mischung aus dem Kaufhaus Harrods und Disneyland" sein werde.

Kim Rahir, AFP

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