Basketballstar gegen Sportartikelfirma Michael Jordan verliert Markenstreit in China

Basketballstar Michael Jordan ist in China als Qiaodan bekannt. Unter dem Namen firmiert dort auch ein Sportartikelhersteller - und darf dies wohl auch weiter tun. Der US-Sportler hat laut Medienberichten einen Markenstreit gegen die Firma verloren.

AFP

Sport-Superstar Michael Jordan ist offenbar mit Plagiatsvorwürfen gegen eine chinesische Firma gescheitert. Das berichten chinesische Medien. Ein Richter in Peking wies demnach Jordans Forderung zurück, dem Sportartikelhersteller die Nutzung der chinesischen Version von Jordans Namen zu untersagen.

Der Bezug zu dem einstigen US-Basketballspieler sei nicht so eindeutig, wie dieser behaupte, argumentierte Chinas Oberster Gerichtshof. Das berichtet unter anderem die Website der Zeitung "People's Daily Online" unter Bezug auf die "Beijing Evening News". Jordan war nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wegen des Markenstreits im Frühjahr vor das höchste Gericht der Volksrepublik gezogen.

Jordan ist in China als Qiaodan bekannt, einer chinesischen Version seines Namens. Genauso heißt auch die Sportartikelfirma, gegen die er gerichtlich vorging. Sie versieht zudem ihre Produkte mit einem Logo, das dem "Jumpman" ähnelt, also dem stilisierten Basketballspieler auf den "Air Jordan"-Produkten des US-Herstellers Nike. Jordan wirft Qiadoan Sports deshalb vor, den Verbrauchern eine Verbindung zu ihm vorzugaukeln.

Von Qiaodan Sports war am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten. Michael Jordan hatte sich bereits 2012 bei den chinesischen Behörden über das Unternehmen beschwert und einen Entzug der Markenrechte gefordert - jedoch ohne Erfolg. Auch ein erster Gang vor ein Gericht in niedrigerer Instanz scheiterte.

Filiale von Qiaodan Sports in Shanghai (im Februar 2012): Kein Bezug zu Jordan?
AFP

Filiale von Qiaodan Sports in Shanghai (im Februar 2012): Kein Bezug zu Jordan?

Zumindest damals warb das Unternehmen recht unverhohlen mit dem Image des US-Sportlers: Das Schaufenster einer Filiale zierte die Abbildung eines Basketballers, der in seinem roten Trikot durchaus an Jordan erinnert.

China wird immer wieder vorgeworfen, ein Paradies für Fälscher zu sein. Handelspartner des Landes beschweren sich regelmäßig, geistiges Eigentum werde in China nicht ausreichend geschützt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, auf dem Schaufenster des Sportladens sei eine Abbildung von Jordan zu sehen. Tatsächlich zeigt das Fenster das Foto eines Basketballers, der an den US-Star erinnert.

bos/AFP



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Seite 1
noalk 29.07.2015
1. Schuhe
Wenigstens in der Überschrift sollte SPON Rechtschreibfehler korrigieren.
MatthiasPetersbach 29.07.2015
2.
…ich seh da nen stilisierten Basketballspieler. Wohl die flachste Pfütze der Wertschöpfung und der kreativen Leistung, die es gibt. Die sollen einfach bessere Schuhe als die Chinesen herstellen, dann klappt das auch mit der Marke.
Celestine 29.07.2015
3.
Die Überschrift "Schuhe mit Logo" beschreibt den Charakter des Rechtsstreits überhaupt nicht. Es wäre hilfreich gewesen, das Original-Logo abzubilden. Habe mir das Bild im Internet angesehen: es gibt so gut wie keine Ähnlichkeit. Dies war aber auch nicht der Gegenstand des Rechtsstreits. Es ist natürlich der Hersteller Nike, der die Rechte an "Air Jordan" und am Nike Logo besitzt, nicht Jordan selbst. Nike hat diese allerdings nie in China eintragen lassen. In diesem Rechtsstreit geht es um Jordan, nicht um Kopien von Nike-Produkten, sondern um Eigenprodukte des chinesischen Unternehmens. Hier ein Zitat aus "International Business Times", 30.4.15, aus der Zeit, als Jordan die Klage einreichte: Jordan is suing the company for using his name and jersey number without his permission and is demanding 1.14 million yuan ($183,000) in compensation. Der Markenname "Qiaodan" ist pinyin und entspricht der chinesische Aussprache des Nachnamens des Basketballers: Jordan. Diese widerrechtliche Anwendung seines Namens ist u.a. Gegenstand des Rechtsstreits und hat mit Nike-Produkten nichts zu tun. (Quelle Voice of America, 29.5.15). Die Anwendung des Logos des chinesischen Unternehmens in diesem Zusammenhang ist natürlich auch illegal, selbst, wenn es dem Nike Logo überhaupt nicht ähnelt. Das Urteil des Obersten Gerichts in Peking ist unerträglich ignorant und dreist und beweist einmal mehr, dass China nicht bereit ist, die grundlegenden markenrechtlichen Anforderungen zu respektieren, sondern völlig willkürlich zu Gunsten seiner eigenen Unternehmen entscheidet.
Bueckstueck 29.07.2015
4. Alles beim Alten
In China wird weiterhin fleissig vom Ausland geklaut sowie kopiert und von der Gerichtsbarkeit / Staat wirds gedeckt. Im Osten also nichts neues. Aber auch hier im Forum ist alles beim Alten, wie man an MatthiasPetersbach' konfusem Kommentar sieht. Zum Lesen über den Titel und anschauen der Bildchen hinaus reicht die Geduld wohl nicht und man geht lieber sofort zum Ami-Bashing über.
MatthiasPetersbach 29.07.2015
5.
Zitat von BueckstueckIn China wird weiterhin fleissig vom Ausland geklaut sowie kopiert und von der Gerichtsbarkeit / Staat wirds gedeckt. Im Osten also nichts neues. Aber auch hier im Forum ist alles beim Alten, wie man an MatthiasPetersbach' konfusem Kommentar sieht. Zum Lesen über den Titel und anschauen der Bildchen hinaus reicht die Geduld wohl nicht und man geht lieber sofort zum Ami-Bashing über.
Was hat das mit Ami-Bashing zu tun, wenn ich diese ganze Idiotie des Schützens eines Logos an nem doofen Turnschuh (!) als völlig banane finde? Und wo ist das konfus? Das ist alles Schwachsinn, weil -im Unterschied zur ner wirklichen Erfindung- keinerlei Leistung dahintersteht. Und wer seinen Verdienst an dem festmacht, daß irgendwelches Emblem auf dem Fersen pappt und nicht an der Qualität und Güte, der darf gerne auf hartem Weg lernen, daß andere Leute auch irgendwo was draufpappen können. Da lach ich drüber.
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