Microsoft-Teilung US-Regierung will Gates' Aktienbesitz einschränken

Bill Gates und führende Manager von Microsoft sollen nur noch Aktien für ein Teilunternehmen des Softwareriesen halten dürfen. Die US-Regierung will Microsoft offenbar in zwei Teile zerschlagen.


Bill Gates: Aktien abgeben?
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Bill Gates: Aktien abgeben?

Washington - Nach einer Zerschlagung soll Microsoft überdies zehn Jahre lang stark in seinen Geschäftspraktiken eingeschränkt werden. Das bedeutet für die Spitzenmanager des Softwarekonzerns, dass sich ihre Aktien und Optionen auf einen Unternehmensteil beschränken müssen. Das soll Zeitungsberichten zufolge in dem Antrag stehen, den Regierungsanwälte bei Kartellrichter Thomas Penfield Jackson stellen wollen.

In einer Stellungnahme warnte ein Microsoft-Sprecher, derart "radikale Schritte" wären verbraucher- und innovationsfeindlich. Der Gerichtstermin ist für den 24. Mai angesetzt. Microsoft hat bereits angekündigt, dass es Berufung einlegen wird. Ein Urteil Jacksons, der den Konzern am 3. April des Wettbewerbsverstoßes schuldig gesprochen hatte, ist Anfang Juni möglich. Das endgültige Schicksal des weltgrößten Softwareunternehmens dürfte aber erst in Jahren feststehen.

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Die US-Regierung und die ebenfalls 19 klagenden US-Bundesstaaten, die sich mehrheitlich dem Vorschlag anschließen dürften, wollen den Konzern zwingen, sein weltweit dominierendes Betriebssystem Windows vom Rest des Unternehmens abzuspalten. Eine zweite Firma würde den Bereich Anwendungssoftware erhalten, zu dem beispielsweise das Textverarbeitungsprogramm Word gehört.

Den Berichten zufolge sollen die beiden Unternehmensteile zehn Jahre lang nicht wieder zusammengehen können. Die Betriebssystem-Firma müsste sich drei Jahre lang Restriktionen unterwerfen, die Konkurrenten den Wettbewerb erleichtern würden.



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