Microsoft-Ultimatum verstrichen Yahoo droht feindliche Übernahme

Der Poker um die Übernahme des Internetkonzerns Yahoo geht weiter: Ein Ultimatum von Microsoft ist am Sonntag abgelaufen, ohne dass sich eine der beiden Seiten geäußert hat. Damit droht nun eine feindliche Übernahme durch Microsoft.


Drei Wochen Zeit hatte Microsoft dem Yahoo-Management gegeben, um freiwillig einer Übernahme zuzustimmen. Nun ist die Frist um, ohne dass Yahoo reagiert hat. Der Machtkampf um die Vorherrschaft im Internet könnte sich damit noch verschärfen. Microsoft will sich Yahoo gern einverleiben, um dem Branchengiganten Google ernsthaft Paroli bieten zu können.

Microsoft-Finanzchef Chris Liddell hatte am Donnerstagabend erklärt, sollte das Ultimatum verstreichen, werde sich sein Unternehmen entweder für eine feindliche Übernahme direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden oder sein Angebot zurückziehen. Yahoo bezeichnete das Übernahmeangebot Microsofts in Höhe von knapp 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) stets als zu niedrig.

Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme vor allem seine Position im Markt für Online-Werbung ausbauen. Google wird dieses Jahr nach Schätzung der Marktforscher von eMarketer mehr als 30 Prozent der Umsätze in diesem Geschäft kassieren, Yahoo 14 Prozent und Microsoft knapp sieben. Selbst bei einem Zusammenschluss lägen Microsoft und Yahoo damit also weiter hinter Google. Internet-Werbung wird für Microsoft immer wichtiger, da kostenlose werbefinanzierte Internet-Software den Programmen des Konzerns aus Redmond zunehmend Konkurrenz macht.

Ob es tatsächlich zu einer feindlichen Übernahme kommt, gilt aber als offen. Laut US-Medienberichten gibt es inzwischen auch bei Microsoft Widerstände gegen den Deal.

hda/AFP/dpa



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