Microsofts Übernahmeangebot Yahoo findet Ballmers Offerte zu mickrig

Eine lange Übernahmeschlacht droht: Yahoo will einem Zeitungsbericht zufolge das Übernahmeangebot des Softwareriesen Microsoft zurückweisen. Nach Ansicht des Verwaltungsrats wird das Internetportal in der Offerte aus Redmond nicht angemessen bewertet.


Sunnyvale/New York - Yahoos Management war von Anfang wenig begeistert - jetzt hat das Webportal die Übernahmeofferte des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft offenbar auch formell zurückgewiesen. Das "Wall Street Journal" berichtete am Samstag in seiner Online-Ausgabe, der Verwaltungsrat von Yahoo erachte das vorliegende Angebot in Höhe von fast 45 Milliarden Dollar als zu niedrig.

Microsoft hatte bereits vor einem Jahr Fusionsverhandlungen mit Yahoo aufgenommen, die allerdings ergebnislos verlaufen waren. Deshalb entschloss sich Unternehmenschef Steve Ballmer zu einer Offerte an die Yahoo-Aktionäre ohne das Plazet des Managements um Suchportal-Gründer Jerry Yang. Nach der Ablehnung durch den Verwaltungsrat könnte es nun zu einem langen Übernahmekampf um den Internet-Konzern kommen. Microsoft hatte am 1. Februar ursprünglich 31 Dollar je Yahoo-Aktie geboten. Yahoo wolle voraussichtlich keinen Preis unter 40 Dollar akzeptieren, hieß es im "Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Das entspräche einer Gesamtsumme von mehr als 56 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat wolle an diesem Montag in einem Brief an Microsoft seine Haltung erklären.

In einer Telefonkonferenz der Yahoo-Verwaltungsräte sei es auch um eine Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Google gegangen, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Freitagausgabe. Mit dem Kauf will Microsoft die Übermacht des Rivalen Google bei Online-Suche und der Internet-Werbung brechen.

Nach Informationen aus informierten Kreisen will sich Yahoo aber lieber mit Google verbünden, als sich in die Arme des Software-Giganten Microsoft zu begeben. Das Yahoo- Management soll dazu seit Monaten ruhende Gespräche mit Google wieder aufgenommen haben, um Übernahmeangebot Microsofts abzuschmettern.

hil/dpa/Reuters



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