Miese Bilanz Trump-Kasinos stehen kurz vor dem Bankrott

Pleite oder Verkauf heißen die beiden Alternativen, vor denen eine Kasino-Firma des US-Multimillionärs Donald Trump steht. Wirtschaftsprüfer bezweifeln, dass die Glücksspielstätten aus eigener Kraft überleben können.


Unternehmer Trump: "Die Dinge laufen gut"
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Unternehmer Trump: "Die Dinge laufen gut"

Atlantic City - Wie gern würde sich Donald Trump gerade im Erfolg seiner eigenen Fernsehshow sonnen. Auf dem US-Sender NBC castet er in "The Apprentice" (Der Lehrling) zurzeit mögliche Top-Manager für eines seiner Unternehmen. Wöchentlich sagt der Multimillionär einem der 16 Kandidaten "You are fired" mitten ins Gesicht - bis nur noch der Beste übrig bleibt.

"You are fired" könnte es allerdings auch bald für Trump persönlich heißen. Seine Firma Trump Hotels & Casino Resorts steht kurz vor dem Bankrott. Die Konkurrenz hat seinen Häusern den Rang abgelaufen, für Neuerungen fehlt das Geld. 1,8 Milliarden Dollar Schulden kann das Unternehmen nicht verkraften.

Nach ihrer jährlichen Buchprüfung schlugen die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young deshalb Alarm. Trump müsse sein Unternehmen komplett verkaufen, nur so wäre der Fortbestand von Hotels und Spielbanken gesichert.

Donald Trump selbst nimmt die Warnung gelassen. Die Wirtschaftsprüfer hätten den Notruf jetzt im dritten Jahr hintereinander ausgesandt, bisher immer zu unrecht. "Die Dinge laufen gut", sagte er in einer Stellungnahme.

Das Trump-Casino "Taj Mahal" in Atlantic City: Glücksspieler gehen zur Konkurrenz
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Das Trump-Casino "Taj Mahal" in Atlantic City: Glücksspieler gehen zur Konkurrenz

Vermutlich vertraut Trump auf Credit Suisse First Boston (CSFB). Die Bank will dem Unternehmen mit einer Finanzspritze von rund 400 Millionen Dollar unter die Arme greifen. Damit wären Trump Hotels & Casino Resorts zwar gerettet, mit zwei Bedingungen müsste sich der Multimillionär allerdings abfinden: Erstens müsste er die Mehrheit an seinem Unternehmen abgeben. CSFB verlangt für den Beistand 65 Prozent der Aktien. Trumps eigener Anteil würde von 53 Prozent auf nur etwa 20 Prozent fallen. Zweitens müssen die Aktionäre dem Deal noch zustimmen. Sollten sie Trump ihr Ja verweigern, wäre er seine Vergnügungshäuser los.

Um eine Prognose zu den Verhandlungen gebeten, gab sich Trump zurückhaltend. "Wir werden abwarten müssen", sagte er gegenüber amerikanischen Journalisten.

Um seine Existenz wird der Unternehmer trotz allem nicht bangen. Er bastelt schon an der Umsetzung seiner neuesten Geschäftsidee: Den markigen Satz "You are fired" aus seiner Fernsehshow will Trump sich schützen lassen und damit Aschenbecher, T-Shirts und Tassen bedrucken. Sollte der Plan wegen Lizenzstreitigkeiten nicht funktionieren - eine kalifornische Töpferin verziert ihre Kunst nämlich schon seit Jahren mit dem Spruch - bleiben Trump immer noch die Einnahmen aus seinem Buch. Seit Anfang des Monats ist sein "How to get rich" (Wie man reich wird) auf dem US-Markt zu haben - für 21,95 Dollar.



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