Miese Geschäfte Gegen Motorola-Chef Zander braut sich was zusammen

Motorola-Chef Ed Zander sitzt auf einem heißen Stuhl: Nachdem der Kult um das Razr-Handy immer mehr abflaut und das Unternehmen jetzt sogar eine Gewinnwarnung herausgab, mehren sich die Gegner des CEO im Konzern, wie eine Zeitung berichtet.


Hamburg – Hinter Zanders Rücken werden laut "Business Week" böse Kommentare über den Motorola-Chef laut. Zander schiebe die Schuld für die Misere im Konzern immer auf andere, sagte ein Investor demnach. "Viele Leute sind seiner wirklich müde." Ein andere Investor, Eric Jackson, hatte kürzlich schon offen zur Revolte gegen Zander aufgerufen. Unter dem Titel "Motorola Chart zeigen Plan B" veröffentlichte er ein Statement, in dem er die Performance von Motorola im Vergleich zum größeren Erzkonkurrenten Nokia Chart zeigen harsch kritisierte.

Motorola CEO Zander: Hat einen engen Gefolgsmann zum Handy-Chef gemacht
AFP

Motorola CEO Zander: Hat einen engen Gefolgsmann zum Handy-Chef gemacht

"Wir glauben nicht, dass die Performance in der Vergangenheit und die aktuell artikulierte Strategie für den Turnraround ausreichend oder akzeptierbar sind", hieß es darin. "Dieses Unternehmen hat ein Führungs- und ein Produktproblem bei den Mobil-Geräten, das korrigiert werden muss – nicht erst in sechs Monaten, wenn wir hinter Konkurrenten zurückgefallen sind."

Das Hauptproblem Motorolas ist, dass der Kult um den einstigen Verkaufsschlager - das Razr-Handy - kräftig abgeflaut ist. Auf dem Nachfolgemodell liegen jetzt große Hoffnungen im Konzern, Experten kritisieren die gesamte Produktpalette jedoch als veraltet. Wegen der schlechten Geschäfte in den vergangenen Monaten musste das Unternehmen jetzt sogar eine Gewinn- und Umsatzwarnung aussprechen. Es sei nun nicht mehr damit zu rechnen, dass die Handy-Sparte, der größte Geschäftsbereich der Firma, 2007 einen Gewinn verbuchen werde. Der Umsatz werde statt der erwarteten 9,4 Milliarden Dollar nur noch 8,6 bis 8,7 Milliarden Dollar erreichen, hieß es.

Die Geschehnisse vor der Gewinnwarnung werden von der "Business Week" auch als Zeichen gesehen dafür, wie sehr Zander um seinen Job bangen muss. Denn in den Stunden vor dem Termin stiegen die Aktien des Konzerns um drei Prozent, weil Aktionäre auf einen Rücktritt des CEO spekulierten. Ein Zeichen allerdings, dass Zander auch noch große Macht hat, sei die Ernennung von Stu Reed zum neuen Chef der Handy-Sparte. Er gilt als treuer Gefolgsmann Zanders, der ihn einst selbst von IBM Chart zeigen abgeworben hatte.

ase



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