Miese Rendite Cerberus will Tausende Wohnungen wieder verkaufen

Kaum eineinhalb Jahre ist es her, da machte Cerberus mit dem Kauf von 20.000 ehemaligen Gewerkschaftswohnungen aus dem Bestand der Neuen Heimat Schlagzeilen. Jetzt wendet sich der US-Finanzinvestor enttäuscht ab.


Frankfurt am Main/Hannover - "Das Portfolio ist auf dem Markt", sagte eine mit der Situation vertraute Person und bestätigte damit eine Meldung der "Financial Times Deutschland". Cerberus sei unzufrieden, weil die ehemaligen Neue-Heimat-Wohnungen nicht die erhoffte Rendite brächten. "Cerberus prüft derzeit verschiedene Optionen für die Zukunft von BauBeCon", erklärte auch ein Cerberus-Sprecher. Es gebe aber noch keine Festlegung. "Es werden zurzeit verschiedene Optionen geprüft, der Verkauf des Portfolios ist dabei eine Option", sagte er. Das Interesse an den Wohnungen sei groß. Wann es zu einer Entscheidung kommen soll, sagte der Sprecher nicht.

Branchenkreisen zufolge hatte Cerberus beim Kauf im November 2005 mehr als eine Milliarde Euro für die Immobiliengesellschaft BauBeCon bezahlt. BauBeCon verwaltet 20.000 eigene Wohnungen sowie fast 30.000 weitere für Dritte - überwiegend in Niedersachsen und Berlin. Die BauBeCon-Wohnungen stammen großteils aus dem Immobilienbesitz der früheren gewerkschaftseigenen Neuen Heimat. Missmanagement und kriminelle Machenschaften hatten den Immobilien-Giganten 1982 zu Fall gebracht.

Private-Equity-Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Hunderttausende Wohnungen gekauft und dafür Milliarden auf den Tisch geblättert. Sie stellen mittlerweile aber fest, dass sich Mieterhöhungen in wenig attraktiven Regionen schwer durchsetzen lassen. Auch die Privatisierung der Objekte läuft vielfach schleppend. Hinzu kommt, dass seit geraumer Zeit die Zinsen steigen und damit die Rendite für die Finanzinvestoren sinkt.

mik/Reuters/dpa



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