Mietwagen Sixt nimmt Preiserhöhung wieder zurück

Rückzug nach Kundenprotest: Die Flut der Beschwerden hat Deutschlands größten Autovermieter Sixt offensichtlich tief beeindruckt. So sehr, dass er die Zusatzgebühren ab dem 200. Kilometer schnell wieder kassierte.

Hamburg - Der ein oder andere wird den Osterrabatt als Wiedergutmachung empfinden. "20 Prozent auf alles", wirbt Sixt mit Blick auf die Feiertage. Außerdem können alle Sixt-Kunden in Zukunft mit ihren Mietwagen wieder unbegrenzt viele Kilometer fahren, ohne ab einer bestimmten Grenze Zusatzgebühren zu bezahlen, bestätigte eine Sixt-Sprecher der "Financial Times Deutschland" ("FTD")vom Dienstag.

Der Autovermieter hatte erst vor zwei Wochen ein neues Preismodell eingeführt, nachdem Kunden ab Kilometer 200 für jeden zusätzlichen Fahrtkilometer eine Extragebühr zahlen sollten. Der Konzern erhoffte sich dadurch Mehreinnahmen. Jetzt wirbt Sixt dagegen mit dem Spruch "Frei-km-für-alle".

Sixt-Konkurrent Europcar hält trotz der Kehrtwende des Konkurrenten am Plan fest, ab Donnerstag sein neues Preismodell mit Zusatzgebühren ab dem 200. Kilometer einzuführen, wie eine Europcar-Sprecherin der "FTD" sagte. "Wir führen selbst nach dem Rückzug von Sixt die neue Abrechnungsmethode ein." Auch Rivale Hertz plant demnach kilometerabhängige Preise. Ein Starttermin hierfür stehe aber noch nicht fest. Wettbewerber Avis wartet dem Bericht zufolge vorerst ab und beobachtet, wie die Kunden auf die Neuerungen reagieren.

Hintergrund der neuen Preismodelle ist demnach Bewegung im bisherigen Verhältnis von Autovermietern, Herstellern und Händlern. Wegen der Wirtschaftskrise wollen die Autovermieter ihre Flotten verkleinern. Händler und Hersteller ihrerseits knausern derzeit mit Rückkaufgarantien. Sie verschärfen die Vertragsbedingungen, zu welchen die Vermieter Autos nach der Nutzung ohne Mehrkosten zurückgeben können.

mik/AFP
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