Mildes Wetter Ölpreis sinkt auf 18-Monatstief

Der US-Ölpreis ist unter die Marke von 55 Dollar gerutscht und hat damit den niedrigsten Stand seit 18 Monaten erreicht. An Deutschlands Tankstellen wird der Sprit aber nicht günstiger.


New York - Vor allem das zuletzt warme Wetter in den USA und die damit gesunkene Nachfrage nach Rohöl habe den Ölpreis gedrückt, sagten Händler in New York. Am späten Nachmittag erholte sich der Ölpreis zwar wieder auf 55,13 Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren jedoch immer noch 46 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag.

Die Erwartung an einen anhaltend warmen Winter in den USA belaste weiter den Ölpreis, sagte Michael Davies, Analyst bei Scuden in London. Darüber hinaus reagiere der Markt auf den unerwartet kräftigen Anstieg der US-Lagerbestände an Ölprodukten in der vergangenen Woche. Zudem gebe es Gerüchte, dass Fonds sich aus dem Rohölmarkt zurückzögen, nachdem sie zuletzt deutliche Verluste erlitten hätten.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist auf den tiefsten Stand seit gut einem Jahr gesunken. Ein Barrel (159 Liter) habe gestern im Schnitt 53,23 Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat heute in Wien mit. Das waren 2,16 Dollar weniger als am Mittwoch. Zuletzt hatte der Korbpreis am 29. Dezember 2005 niedriger notiert. Die OPEC berechnet den Preis auf Basis elf wichtiger Sorten des Kartells.

Trotz der sinkenden Ölpreise müssen Autofahrer in Deutschland wegen der zum Jahreswechsel wirksam gewordenen Erhöhung der Mehrwertsteuer und neuer Bestimmungen zur Zwangsbeimischung von Biokomponenten mit hohen Spritpreisen leben. Der Liter Superbenzin kostete nach Angaben des Mineralölkonzerns Aral etwa 1,28 Euro. Für Diesel wurden etwa 1,12 Euro je Liter fällig.

tim/dpa/AP



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