Miles & More Lufthansa droht mit Steuerflucht

Die Bundesregierung will den Freibetrag für Miles & More streichen, die Lufthansa reagiert empört. Um sich dem Fiskus zu entziehen, wird sie den Sitz des Bonusprogramms womöglich ins Ausland zu verlagern.


Senator-Karte der Lufthansa: Werden als nächstes sämtliche Vielflieger-Boni für Politiker gestrichen?
DPA

Senator-Karte der Lufthansa: Werden als nächstes sämtliche Vielflieger-Boni für Politiker gestrichen?

Frankfurt am Main - Bisher gab es für Bonusmeilen einen Freibetrag von 1224 Euro jährlich, nun soll er entfallen. Zudem sollen Bonusmeilen nicht mehr mit zwei, sondern mit 15 Prozent besteuert werden. Dies sieht ein Referentenentwurf vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch gebilligt hat. Wie bisher wären Vielflieger nicht direkt betroffen, weil die LufthansaChart zeigen die Steuern übernehmen würde.

Oder vielleicht auch nicht. Eine Lufthansa-Sprecherin teilte am Mittwoch nämlich mit, die Lufthansa wolle ihre für das Miles & More-Programm zuständige Tochtergesellschaft nötigenfalls ins Ausland verlegen. Die Steuererhöhung wäre dann nicht nur wirkungslos - dem Bund würden sogar die bisherigen Einnahmen aus der Bonus-Besteuerung entgehen.

Die Sprecherin betonte, die geplanten Maßnahmen würden der Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa schaden. "Keine andere Airline in Deutschland führt diese Steuer ab, das ist jetzt schon für uns ein entscheidender Nachteil". Die Parlamentarische Finanz-Staatssekretärin Barbara Hendricks sagte hingegen, vor dem Hintergrund der "ordentlichen Gewinnsituation" bei der Lufthansa sei die Besteuerung angemessen.

Noch hat die Lufthansa die Hoffnung, dass sich die Regierung umstimmen lässt. Im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens werde es sicher Gelegenheit geben, die Argumente gegen die Pläne vorzubringen, sagte die Unternehmenssprecherin.



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