Zur Ausgabe
Artikel 41 / 71
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Myanmar Militärjunta profitiert von deutschen Banken

aus DER SPIEGEL 32/2021
Proteste gegen Militärputsch in Myanmar im März 2021

Proteste gegen Militärputsch in Myanmar im März 2021

Foto: Sopa Images / ZUMA / action press

Trotz ihres Bekenntnisses, verantwortungsvoll investieren zu wollen, sind deutsche Banken und ihre Fondsgesellschaften weiterhin stark in Myanmar engagiert. In dem Land hatte sich im Februar das Militär zurück an die Macht geputscht und kontrolliert seither die Wirtschaft noch stärker und geht brutal gegen Demonstranten vor. Vor allem die Deutsche Bank mit ihren DWS-Fonds gehört zu den großen Geldgebern: Nach Informationen der NGO Justice for Myanmar, die dafür auf Finanzdatenbanken zurückgriff, war die Deutsche Bank im ersten Quartal 2021 mit mehr als drei Milliarden Dollar im Land investiert. Die DZ Bank, Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken, ist mit über einer Milliarde Dollar engagiert. Obwohl die UN 2019 vor Investments warnte, die dem Militär zugutekommen, ist die Deutsche Bank/DWS etwa in den Hafenbetreiber Adani Ports investiert.

Adani kooperiert laut Justice for Myanmar mit Firmen des Militärs und baut in Yangon einen Containerhafen, den Juntachef Min Aung Hlaing kürzlich inspizierte. Die Deutsche Bank ließ wissen, sie könne die Gesamtsumme von über drei Milliarden Dollar nicht nachvollziehen. DWS räumte das Investment bei Adani ein und wies, wie die DZ-Bank, darauf hin, Menschenrechtsfragen seien Teil des Dialogs mit den Unternehmen vor Ort.

nkl
Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 41 / 71
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.