Milliarden-Programm Experten kritisieren mangelhaftes Konjunkturpaket

Die Regierung will die Republik vor der Rezession retten. Doch ihr 15-Punkte-Plan ist umstritten. DIW-Chef Klaus Zimmermann, Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer und der Alt-Wirtschaftsweise Jürgen Kromphardt erläutern die Mängel des Konjunkturpakets auf SPIEGEL ONLINE.

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Hamburg - Es sind große Versprechungen, die die Regierung macht. Eine Million Jobs soll das am Mittwoch beschlossene Konjunkturprogramm in den nächsten zwei Jahren sichern, bis zu 50 Milliarden Euro an Investitionen soll es anstoßen. Die Regierung will die Bürger zu Autokäufen und Hausmodernisierungen animieren, Firmen und Kommunen sollen mehr investieren.

Bundeskanzlerin Merkel, Wirtschaftsminister Glos: Bürger zu Investitionen animieren
DPA

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Ob die gewünschten Effekte tatsächlich eintreten, ist allerdings fraglich. Drei hochrangige Wirtschaftsexperten kritisieren das Konjunkturprogramm im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Das Paket sei "in den Einzelheiten zu zersplittert", jede Maßnahme für sich sei "zu klein", sagt Thomas Mayer, Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), nennt das Paket der Regierung "Symbolpolitik". Käme es wirklich zu der befürchteten Konjunktur-Kernschmelze, sagt er, "würden die ergriffenen Maßnahmen wenig bewirken. Um eine richtige Rezession jetzt abzuwenden, müsste der Staat schon wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen."

Auch der frühere Wirtschaftsweise Jürgen Kromphardt hält den Umfang des Pakets für zu gering. "Käme es zur befürchteten Konjunktur-Kernschmelze, müsste die Regierung definitiv nachlegen", sagt er. Inhaltlich lobt er das Paket dagegen: "Unter dem Strich investiert der Staat relativ wenig, erreicht aber eine große Hebelwirkung", sagt er.

Was Wirtschaftsexperten über das Konjunkturprogramm denken - drei Interviews im Überblick.

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