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Milliarden-Segen für Waigel

aus DER SPIEGEL 48/1989

Die Deutsche Bundesbank entwickelt sich zu einer prächtigen Geldquelle für die Bonner Regierung. Nach zehn Milliarden Mark Gewinn aus dem Jahre 1988, mit dem Finanzminister Theo Waigel je zur Hälfte Schulden tilgte und seinen Haushalt 1989 auffüllte, steht ein weiterer Geldschub aus Frankfurt bevor. Rund 14 Milliarden Mark Überschuß erwarten die Bonnen Finanzplaner aus dem laufenden Jahr. In der Haushaltsplanung sind nur sieben Milliarden eingesetzt; die zusätzlichen sieben Milliarden kann Waigel nun nutzen, um die Altschulden des Bundes zu mindern. Der Bonner Schuldenberg wird deshalb im Wahljahr 1990 nicht um die geplanten 27 Milliarden Mark Kredit wachsen, sondern nur um 20 Milliarden. Dabei ist der Rekordgewinn 1989 aller Voraussicht nach erst der Anfang einer Reihe von fetten Jahren. Die Bundesbank verdient vor allem im Inlandgeschäft, durch Wechselankäufe und Wertpapier-Pensionsgeschäfte. Da die gute Konjunktur den Geldbedarf der Wirtschaft und auch Zinsen in nächster Zeit eher steigen läßt, sind die Gewinnaussichten blendend. Der Frankfurter Überschuß kann auf über 20 Milliarden Mark pro Jahr wachsen.

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