Milliardenbetrug Madoffs früherer Finanzchef gibt Beteiligung zu

Geständnis: Der Ex-Finanzchef des Milliarden-Schwindlers Bernard Madoff hat seine Beteiligung am größten Betrugsfall der Finanzgeschichte eingeräumt. Vor einem Bundesgericht in New York bekannte sich Frank DiPascali unter anderem der Verschwörung schuldig.


New York - "Es war alles erfunden", sagte der 52-jährige Frank DiPascali laut US-Medien. Der frühere Finanzchef Madoffs gestand vor einem Bundesgericht in New York, an dem größten Betrugsfall der Finanzgeschichte beteiligt gewesen zu sein. Zudem hätten weitere Personen von dem Milliardenbetrug gewusst.

Madoff-Vertrauter DiPascali: "Ich wusste damals, dass es falsch war"
AFP

Madoff-Vertrauter DiPascali: "Ich wusste damals, dass es falsch war"

Ex-Broker Madoff betonte bisher stets, allein gehandelt zu haben. Der 71-Jährige war Ende Juni zu einer Strafe von 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mit einem über Jahrzehnte aufgebauten, 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) schweren Schneeball-System hatte er weltweit tausende Anleger geschädigt.

Die Staatsanwaltschaft wirft DiPascali in insgesamt zehn Punkten unter anderem Betrug, gefälschte Buchführung und Geldwäsche vor. Die Höchststrafen dafür erreichen jeweils bis zu 20 Jahre Gefängnis.

DiPascali will mit den Ermittlern kooperieren

DiPascali erklärte, mit den Ermittlern kooperieren zu wollen. Die Behörden erhoffen sich die Namen von möglichen weiteren Mitwissern. Der Ex-Finanzchef sagte, er selbst und "andere Leute" wussten, dass es die behaupteten Aktiengeschäfte gar nicht gegeben habe. Madoff hatte die angeblichen Gewinne stets mit dem Geld neuer Opfer bezahlt.

Die Staatsanwaltschaft schlug vor, dass DiPascali bis zu einer Urteilsverkündung gegen eine Kaution 2,5 Millionen Dollar auf freiem Fuß bleiben könne. Madoff hatte einen Großteil der Zeit vor seiner Verurteilung ebenfalls nicht in Untersuchungshaft verbracht, was für öffentliche Empörung gesorgt hatte.

Neben Madoff und DiPascali wird bislang noch der frühere externe Buchprüfer der Firma, David Friehling, von den Ermittlern belastet. Er bestreitet die Vorwürfe aber.

Spekuliert wird auch immer wieder darüber, wie viel Madoffs Familie von dem Verbrechen wusste. Bisher beschuldigen die Behörden aber weder Madoffs Frau Ruth noch anderen Familienmitglieder.

Madoffs zwei Söhne und sein Bruder Peter waren ebenfalls in dessen Firma im New Yorker Stadtteil Manhattan beschäftigt, wollen aber nichts gewusst haben. Die Söhne hatten im Dezember vergangenen Jahres die Polizei verständigt, nachdem ihnen der Vater den Riesenschwindel gestanden haben soll.

"Es war falsch und ich wusste damals, dass es falsch war."

DiPascali gestand vor Gericht, er habe Madoff seit den frühen 90er Jahren bei dem Betrug geholfen. "Es war falsch und ich wusste damals, dass es falsch war." Er habe dabei auch die US-Börsenaufsicht SEC belogen. Die Behörde hatte den Riesenbetrug trotz einschlägiger Hinweise nicht aufgedeckt.

DiPascali bezeichnete sich selbst als Hauptkontakt der Firma für tausende Anleger. Er war insgesamt mehr als drei Jahrzehnte für Madoff tätig. Die Firma wird derzeit zur Entschädigung der Opfer abgewickelt.

wit/dpa



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