Milliardendeal Fresenius kauft Helios-Krankenhäuser

Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius steigt groß ins Krankenhausgeschäft ein: Für 1,5 Milliarden Euro übernimmt das Unternehmen die Krankenhauskette Helios.

Bad Homburg - Die Helios-Kliniken aus Fulda gehören zu den größten Krankenhausbetreibern in Deutschland und erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. "Die Akquisition einer der erfolgreichsten deutschen Krankenhausbetreiber bietet uns nun die einzigartige Chance, unser Engagement im Bereich der Akutkrankenhäuser zu verstärken", sagte Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider.

Fresenius übernehme 94 Prozent der Helios-Anteile, sechs Prozent erhalte das Management, teilte der Konzern mit. 1,5 Milliarden Euro lässt sich der Dialyse-Spezialist die Akquisition insgesamt kosten.

Die Kliniken von Helios und die Fresenius-Kliniken der Wittgensteiner Gruppe würden künftig unter der Führung und dem Namen von Helios eine Einheit bilden, erklärte der Konzern. Die dann 55 Kliniken kommen auf einen Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Zukäufe will das im M-Dax gelistete Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung von rund 800 Millionen Euro sowie durch eine Anleihe von rund 700 Millionen Euro finanzieren. Die Kapitalerhöhung solle noch im laufenden Jahr erfolgen.

Angesichts eines starken Geschäftsverlaufs in den ersten neun Monaten erhöhte Fresenius darüber hinaus zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ergebnisprognose und erwartet nun einen Anstieg des Jahresüberschusses von mehr als 25 Prozent. An der Umsatzprognose - einem Plus von sechs bis neun Prozent - hielt der Dialysespezialist fest.

Die Börse hält von der angekündigten Übernahme allerdings wenig: Im frühen Handel verloren die Fresenius Aktien 4,67 Prozent an Wert und sanken damit auf 107,25 Euro. Händler schätzten den Kaufpreis als teuer ein. Zudem belaste die für den Kauf nötige Kapitalerhöhung, hieß es am Markt. Auch die Anhebung der Prognose des Unternehmens am Morgen stützte den Kurs zunächst nicht.

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