Milliardendeal Kartellamt prüft Thüga-Verkauf an Stadtwerke

Der milliardenschwere Verkauf der E.on-Tochter Thüga könnte sich verzögern: Das Bundeskartellamt hat angekündigt, den Deal streng prüfen zu wollen. Eine Gruppe von Stadtwerken will dem Energieriesen die Versorgergruppe abkaufen - und sich so zur neuen Branchengröße aufschwingen.

Hochspannungsleitungen: E.on-Energie-Deal unter strenger Beobachtung
ddp

Hochspannungsleitungen: E.on-Energie-Deal unter strenger Beobachtung


Düsseldorf - Das Bundeskartellamt nimmt den milliardenschweren Verkauf der E.on-Tochter Thüga an eine Gruppe deutscher Stadtwerke genau unter die Lupe. "Wir haben eine detaillierte Prüfung eingeleitet", sagte eine Sprecherin der Bonner Wettbewerbsbehörde am Freitag. Grund seien Umfang und Komplexität des Falles. Die Wettbewerbshüter können die Verkaufspläne nun für drei weitere Monate untersuchen.

Der Marktführer E.on hatte im August angekündigt, seine mächtige Tochter Thüga für 2,9 Milliarden Euro an eine Gruppe um die Stadtwerke Hannover, Frankfurt und Nürnberg sowie den Freiburger Versorger Badenova zu verkaufen. In der Thüga sind 110 Beteiligungen gebündelt, darunter 90 der insgesamt gut 700 kommunalen Strom- und Gasversorger in Deutschland.

Die Gesellschaft versorgte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 3,5 Millionen Stromkunden und 2,9 Millionen Gaskunden. Sie machte 2008 einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro, und rechnet man etwa ihren Stromverkauf zusammen, zählt die Gruppe mit 38,4 Milliarden Kilowattstunden zu den mächtigsten deutschen Anbietern.

Der Verkauf ist Teil einer groß angelegten Verschlankungsoffensive, in deren Rahmen E.on bis 2010 Unternehmensbereiche im Wert von zehn Milliarden Euro abstoßen will.

ssu/Reuters



insgesamt 354 Beiträge
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Seite 1
Klo, 04.08.2009
1.
Zitat von sysopZu wenig Anbieter, hohe Barrieren und einseitige Förderung: Laut Monopolkommission gibt es auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt immer noch keinen funktionierenden Wettbewerb. Wie kann man zu hohe Energiepreise verhindern?
Wechseln zu Ökostromanbietern. Meine Stromrechnung ist seither um fast 1/3 gefallen. Das Klo.
Teoem 04.08.2009
2.
Zitat von sysopZu wenig Anbieter, hohe Barrieren und einseitige Förderung: Laut Monopolkommission gibt es auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt immer noch keinen funktionierenden Wettbewerb. Wie kann man zu hohe Energiepreise verhindern?
na was für eine überraschung. da unsere politiker eher an hohen gewinnen der stromproduzenten interessiert sind, wird sich an den preisen nichts ändern, es sei denn sie werden erhöht.
Garibaldi, 04.08.2009
3. Nichts neues.
Da braucht man keine Monopolkommission um diese Mißstand zu erkennen. Jeder weiss es, jeder zahlt. Ärgerlich nur dass diese offensichtliche Korruption der Politik ohne Folgen bleibt.
mstylz 04.08.2009
4. die liebe energie und deren lobbyisten
das würde ich auch gerne wissen.aber die argumente dagegen sind ja so "ironiemodus online " stichhaltig und nachvollziehbar "ironiemodus offline". auf diversen onlineangebotsseiten zu stöbern bringt jetzt auch für den gemeinen verbraucher zwar schon ein wenig aber der durchbruch schaut anders aus...bzw. würde.
Hovac 04.08.2009
5. Lobby
Alle wissen es, nichts passiert. Warum auch, ist bei Pharmaherstellern, unnd vielem anderem ja auch nicht anders.
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