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02. April 2009, 08:59 Uhr

Milliardeneinsparungen

GM hofft auf Lohnpakt mit Auto-Gewerkschaft

Erneute Absatzeinbrüche im März und die Insolvenz vor Augen: General Motors kämpft ums Überleben. Ein Abkommen mit Arbeitnehmervertretern soll nun helfen, die Lohnkosten zu drücken. Zudem fordert der Konzern weitere Staatshilfen in Milliardenhöhe, um umweltfreundliche Autos zu entwickeln.

Detroit/New York - General Motors braucht im Kampf gegen eine mögliche Pleite die Hilfe der Arbeitnehmer: Der angeschlagene Opel-Mutterkonzern erwartet durch eine Vereinbarung mit der mächtigen Autogewerkschaft UAW in diesem und im nächsten Jahr eine Senkung der Lohnkosten um 1,1 Milliarden Dollar. Das geht aus einem Bericht an das Finanzministerium in Washington hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

US-Autogewerkschafter: GM muss Lohnkosten senken
AFP

US-Autogewerkschafter: GM muss Lohnkosten senken

Der US-Konzern muss der Regierung Rechenschaft ablegen, da GM derzeit nur noch dank Staatshilfen in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar überlebt. Die bereits im Februar getroffene Vereinbarung des Herstellers mit der UAW sieht Änderungen bei Löhnen, Zusatzleistungen und der Arbeitszeit vor. Die Gewerkschaftsmitglieder haben über den Vertrag zur Lohnsenkung allerdings noch nicht abgestimmt.

GM hat die jährlichen Arbeitskosten nach eigenen Angaben seit 2003 bereits um 59 Prozent gesenkt. Damals lagen sie bei 18,4 Milliarden Dollar. Dieses Jahr sollen sie auf 6,5 Milliarden Dollar fallen, 2010 auf 5,4 Milliarden Dollar.

Zudem hat der Hersteller die US-Regierung um eine milliardenschwere Finanzhilfe für die Entwicklung von Hybridautos gebeten. Demnach soll der Staat verbilligte Kredite im Umfang von 2,6 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. Die Anfrage sei am Montag dem Finanzministerium vorgelegt worden, teilte GM mit. Damit würde der Konzern insgesamt 10,3 Milliarden Dollar aus einem Programm in Anspruch nehmen, das das Energieministerium zur Förderung umweltfreundlicher Autotechnologien aufgelegt hat.

Verwaltungsrat warnt vor Insolvenz

GM steckt in einer schweren Krise. US-Präsident Barack Obama hat den bisherigen Sanierungsplan des Managements als unzureichend zurückgewiesen und dem Konzern eine Frist von 60 Tagen zur Restrukturierung eingeräumt. Die Regierung fordert weitere Kostensenkungen und einen zukunftsträchtigen Maßnahmenkatalog.

Der neue Vorsitzende des GM-Verwaltungsrates hat unterdessen eine Insolvenz des Autogiganten als möglichen Ausgang der Krise bezeichnet. Es müsse rasch Einigungen mit Gewerkschaften und Gläubigern geben, sagte Kent Kresa, der am Wochenende als Nachfolger des geschassten Konzernchefs Rick Wagoner an die Spitze des Rates gewählt wurde. Wenn es nicht schnell gehe, könnte man zur Insolvenz gezwungen sein. "Das ist nichts, worauf ich mich freue, aber es ist sicher eine Möglichkeit", sagte Kresa am Mittwoch.

US-Automarkt bricht ein

Die amerikanischen Hersteller kämpfen weiter mit schlechten Absatzzahlen. Die Verkäufe auf dem Heimatmarkt brachen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat ein weiteres Mal um 20 bis 45 Prozent ein. GM traf es erneut am härtesten. Die Verkäufe stürzten nach Angaben vom Mittwoch im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 156.380 Fahrzeuge ab. Vor zwei Jahren hatte GM noch mehr als 365.000 Wagen in Amerika verkauft.

Beim ebenfalls notleidenden Konkurrenten Chrysler fiel der Absatz um 39 Prozent auf 101.001 Fahrzeuge. Die ehemalige Daimler-Tochter freute sich dennoch, dass die Verkäufe erstmals seit September 2008 in einem Monat die Marke von 100.000 Wagen überschritten hätten. Die US-Regierung betrachtet Chrysler als nicht eigenständig überlebensfähig und macht weitere Milliardenhilfen von einer Partnerschaft mit dem Fiat-Konzern abhängig.

Ford - der einzige der drei großen US-Autobauer, der noch ohne staatliche Hilfe auskommt - erlitt im Vergleich zum März 2008 einen Absatzeinbruch von 41 Prozent auf 131.500 Fahrzeuge. Die Verkäufe der Geländewagen fielen im ersten Quartal um zwei Drittel.

suc/AP/Reuters/dpa

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