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INDUSTRIE Milliardengewinne bei Infineon

aus DER SPIEGEL 45/2000

Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Münchner Chiphersteller Infineon viel mehr verdient als erwartet. Am Dienstag dieser Woche wird Infineon-Chef Ulrich Schumacher in seiner ersten Bilanzpräsentation seit dem Börsengang im März dieses Jahres einen Gewinn von weit über zwei Milliarden Mark bekannt geben. Davon profitiert vor allem der Siemens-Konzern, der noch immer 71 Prozent an der Halbleiterfirma hält. Siemens-Chef Heinrich von Pierer, der einen Tag nach Schumacher seine Zahlen bekannt gibt, wird einen Gewinn von gut sechs Milliarden Mark ausweisen - gut ein Viertel des Konzerngewinns kommt damit von Infineon. Weniger Freude an dem Chiphersteller hatten bislang die übrigen Aktionäre der Siemens-Tochter. Wer beim Run auf die begehrten Hightech-Papiere im vergangenen März nicht zum Zug kam und die Anteile zum Anfangskurs von 70 Euro einkaufte, musste in den vergangenen Monaten Kurseinbußen von fast 25 Prozent hinnehmen. Schumacher überlegt nun, ob er den enttäuschten Aktionären eine Dividende zahlen soll - vor dem Börsengang hatte er dies strikt abgelehnt. Eine Dividende läge auch im Interesse des Großaktionärs: Siemens will sich im nächsten Jahr von weiteren Infineon-Anteilen trennen, eine Gewinnausschüttung könnte potenzielle Kleinaktionäre locken.

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