Milliardenofferte Allianz und Commerzbank bieten für Postbank

Deutschlands Bankenlandschaft steht vor dem größten Umbruch seit Jahren: Die Allianz hat nach Informationen von manager magazin mit der Commerzbank ein Zehn-Milliarden-Euro-Gebot für die Postbank abgegeben. Der neu entstehende Bankenriese hätte das Zeug zum nationalen Champion.

Von Ulric Papendick


Hamburg - Die Offerte der Allianz Chart zeigen und der Commerzbank Chart zeigen beläuft sich auf rund zehn Milliarden Euro. Das erfuhr das manager magazin aus Kreisen der beteiligten Unternehmen. Gemeinsam wollen der größte deutsche Versicherungskonzern und das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes einen neuen nationalen Bankenchampion schaffen.

Postbank-Zentrale in Bonn: Bald Mitglied einer Dreierallianz?
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Postbank-Zentrale in Bonn: Bald Mitglied einer Dreierallianz?

Bei der Offerte handelt es sich um ein unverbindliches Angebot, das Grundlage für weitere Sondierungsgespräche zwischen den drei Instituten sein soll. Die Allianz will ihre Tochter Dresdner Bank in das neue Gemeinschaftsunternehmen mit der Commerzbank und der Postbank Chart zeigen einbringen. Schon jetzt besitzt die Dresdner Bank mit 1074 Filialen das größte Filialnetz aller deutschen Großbanken, die Commerzbank verfügt über rund 820 Geschäftsstellen.

Die Postbank wiederum zählt mit rund 14,5 Millionen Kunden zu den größten Publikumsbanken der Republik. Gemeinsam würden sie den bisherigen Branchenprimus, die Deutsche Bank Chart zeigen, überflügeln.

Auf der Hauptversammlung am gestrigen Mittwoch hatte Allianz-Chef Michael Diekmann eine Fusion oder die Trennung von der mit Verlusten kämpfenden Bankentochter Dresdner Bank als denkbare Möglichkeit angedeutet. "Derzeit finden Sondierungsgespräche statt, die aber noch nicht das Stadium erreicht haben, dass ich heute darüber berichten könnte", sagte Diekmann.

Erstmals seit Jahren gebe es eine Situation, in der es zu größeren Zusammenschlüssen privater Banken kommen könne, sagte Diekmann vor 4000 Aktionären. "Wir begrüßen diese Entwicklung." Es könne zu "guten Lösungen" kommen, sagte er weiter. Die privaten Banken müssten deutlich höhere Marktanteile anstreben.

Vor allem das Privatkundengeschäft in Deutschland wird von den öffentlich-rechtlichen Sparkassen und den genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken dominiert, die von privaten Häusern de facto nicht zu übernehmen sind. Bei einer Fusion der Dresdner Bank wären die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Postbank denkbare Partner.



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