Milliardenofferte Australische Bank will deutschen Energiedienstleister

Die australische Macquarie-Bank ist in Europa auf Shoppingtour: Erst kaufte sie mit einem Konsortium dem Energieversorger RWE die britische Wassertochter Thames Water ab, jetzt will sie den Energiedienstleister Techem kaufen - für 1,1 Milliarden Euro.


Eschborn - Macquarie Chart zeigen legte das Übernahmeangebot für Techem heute vor. Das geht aus einer Erklärung des Macquarie-Fonds MEIF II hervor. Der Investor bietet den Aktionären 44 Euro pro Aktie. Damit liegt der Preis rund fünf Prozent über dem Schlusskurs der Techem Chart zeigen-Aktie vom Freitagabend. Macquarie hält schon 17 Prozent an dem deutschen Unternehmen, das im MDax Chart zeigen der Frankfurter Börse notiert ist.

Macquarie versicherte in der Erklärung, den Standort und die Marke Techem zu erhalten und keine Umstrukturierungen vorzunehmen. Techem beschäftigt rund 2400 Mitarbeiter und betreut in Deutschland die Wasser, Wärme- und Stromversorgung von rund 7,3 Millionen Immobilien, unter anderem bei Wartung und Abrechnung. Das Unternehmen fuhr im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Gewinn von knapp 40 Millionen Euro ein.

Händler sind überrascht

Macquarie seinerseits ist nach eigenen Angaben weltweit in den Bereichen Energie, Wasser, Telekom und Transport engagiert. Die Macquarie-Bank hatte erst in der vergangenen Woche zusammen mit einem Konsortium die britische RWE Chart zeigen-Tochter Thames Water für knapp 12 Milliarden Euro übernommen.

Bei Techem reagierte man vorsichtig auf das Angebot: "Wir prüfen das Übernahmeangebot und werden es dann so schnell wie möglich kommentieren", sagte ein Pressesprecher auf Anfrage. Marktteilnehmer zeigten sich über die heutigen Ereignisse dennoch überrascht. Sinnvoller wäre eine Übernahme gewesen, als die Gründerfamilie Felten im Februar über Goldman Sachs Chart zeigen ihren Aktienanteil von 25 Prozent platziert habe, sagte ein Händler. Die Aktie sei seit Mitte September außerordentlich gut gelaufen und von 35 Euro auf in der Spitze 42,77 Euro gestiegen. Der Händler geht davon aus, dass sie dabei auch von Spekulationen um eine Übernahme getrieben wurde.

ase/dpa/dpa-AFX/AFP



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