Millionengewinn VW-Manager machte Kasse beim Aktien-Höhenflug

Bei steigenden Kursen Aktien abstoßen - diesen einfachen Rat hat VW-Vorstand Jochem Heizmann bei der absurden Rekordfahrt der Volkswagen-Aktie beherzigt. Zwar verkaufte er nicht zum allerbesten Zeitpunkt, trotzdem machte er gut eine Million Euro Gewinn.


Hamburg - VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann, 56, hat das Kurshoch der VW-Aktie in der vorigen Woche genutzt und eine Million Euro aus dem Verkauf von Anteilen erlöst. Wie Volkswagen mitteilte, hat Heizmann am vergangenen Freitag 2000 Aktien zu einem Kurs von 537,93 Euro verkauft. Das Gesamtvolumen des Geschäfts betrug damit knapp 1,08 Millionen Euro. Eine VW-Sprecherin betonte gegenüber SPIEGEL ONLINE, der Verkauf sei rechtmäßig erfolgt, Heizmann habe gegen keinerlei Regeln verstoßen.

VW-Vorstand Heizmann: Eine Million Euro Gewinn gemacht
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VW-Vorstand Heizmann: Eine Million Euro Gewinn gemacht

Der Kurs der VW-Aktie war in der vorigen Woche zeitweilig um mehr als 400 Prozent von 210 Euro auf mehr als tausend Euro in die Höhe geschossen, nachdem VW-Großaktionär Porsche zu Wochenbeginn berichtet hatte, er habe über Aktien und Optionen Zugriff auf 74,1 Prozent an Volkswagen - also deutlich mehr als bislang bekannt. Porsche Chart zeigen kündigte zudem an, im kommenden Jahr einen Beherrschungsvertrag anzustreben. Diese Nachricht löste Panik am Markt aus: Sogenannte Leerverkäufer, die auf fallende Kurse spekuliert hatten, mussten schnell Papiere nachkaufen - und trieben so den Kurs in die Höhe.

Die "Financial Times" (FT) beruft sich auf Volkswagen-Insider, wonach Manager des Wolfsburger Autokonzerns es verpasst hätten, ihre Aktienpakete auf dem Kurshoch zu verkaufen. "All diese Leute haben die 1005-Euro-Marke nicht mitgenommen", wird einer zitiert.

Der Höhenflug der VW-Aktie Chart zeigenund der anschließende Kurssturz hatten den Dax Chart zeigen in eine Schieflage gebracht. Als Folge dieser außergewöhnlichen Wertentwicklung wurde die Gewichtung des Konzerns im Dax auf zehn Prozent reduziert, um die Gefahr einer Kursblase zu bannen. Auch der europäische Indexanbieter Stoxx entschied, den Anteil von Volkswagen-Stammaktien in seinen Indizes wie dem EuroStoxx 50 Chart zeigen zu reduzieren. VW war vor einer Woche der einzige Titel an der Börse, der in den Tagen zuvor signifikant zugelegt hatte - am Dienstag vergangener Woche schloss der Dax sogar, trotz insgesamt fallender Kurse, wegen VW elf Prozent im Plus. Börsianer beklagen das VW-Kursplus als "verrückt".

Diese "verrückte" Entwicklung nutzte VW-Manager Heizmann, um seine Aktien zu verkaufen. Nach Angaben der "FT" besitzen die fünf VW-Vorstände Optionen auf 80.000 VW-Aktien im Wert von 31,7 Millionen Euro auf Grundlage des Schlusskurses vom Donnerstag von 396 Euro. Sie dürfen Aktien lediglich in einem schmalen Zeitfenster nach Bekanntgabe der Quartalszahlen verkaufen. VW hat die Geschäftszahlen für das dritte Quartal am vergangenen Donnerstag veröffentlicht, Heizmann verkaufte einen Tag später. Der "FT" zufolge vermuten VW-Insider, dass Heizmann ohnehin nur Aktien aus seinem privaten Depot verkauft habe - ein solcher Handel falle nicht unter diese Verkaufsbeschränkung.

Heizmann ist seit Februar 2007 Vorstand für den Geschäftsbereich "Konzern Produktion" und damit für die Fertigung der Pkw der Marke Volkswagen zuständig,

kaz/dpa

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