Millionenprämie Tiefensee soll schon früher von Bahn-Boni gewusst haben

Im Streit um die Börsen-Bonuszahlungen für den Bahn-Vorstand kommen erhebliche Zweifel an der Darstellung von Verkehrsminister Tiefensee auf. Einem Zeitungsbericht zufolge soll der SPD-Politiker bereits Anfang Oktober von dem Prämienprogramm erfahren haben - Tiefensee bestreitet das.


Hamburg - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) besteht darauf, erst vor ein oder zwei Wochen von den millionenschweren Sonderzahlungen für den Vorstand der Deutschen Bahn erfahren zu haben. Doch entgegen seiner eigenen Angaben habe der Minister spätestens am 2. Oktober von den Boni gewusst, berichtet die "Financial Times Deutschland". Die Zeitung beruft sich auf das Umfeld des Verkehrsministeriums sowie des Bahnaufsichtsrats.

Verkehrsminister Tiefensee: Wann wusste er über das Prämienprogramm Bescheid?
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Verkehrsminister Tiefensee: Wann wusste er über das Prämienprogramm Bescheid?

Im Zuge der Affäre hatte Tiefensee seinen Staatssekretär Matthias von Randow am Mittwoch entlassen. Von Randow soll bereits im Juni zugestimmt haben, die Bahnvorstände im Falle eines erfolgreichen Börsengangs der Bahn-Tochter DB Mobility Logistics mit insgesamt mehreren Millionen Euro extra zu honorieren, wie das Ministerium mitteilte. Darüber sei Tiefensee aber nach Ministeriumsangaben nicht informiert worden.

Die Sonderzahlungen sind Medienberichten zufolge gestaffelt und richten sich nach dem Börsenerlös. Demnach sollte etwa Bahnchef Hartmut Mehdorn schon bei einem Verkaufserlös von 3,5 Milliarden Euro einen Bonus von 150.000 Euro bekommen. Der komplette achtköpfige Bahnvorstand soll in den Genuss der Vorteile kommen.

amz/AFP



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