Minijobs Bundesanstalt zweifelt an Regierungsmeldung

Die Bundesanstalt für Arbeit hat eine Erfolgsmeldung von Bundessozialministerin Ulla Schmidt über 930.000 neue Minijobs angezweifelt. Es seien "zwar einige hunderttausend Minijobs entstanden, aber viele haben bereits vorher existiert", sagte der Behördenexperte für Erwerbsstatistiken, Stephan Hauke.


Mini-Job Kellner: Doch nicht so viele neue Arbeitsplätze?
DPA

Mini-Job Kellner: Doch nicht so viele neue Arbeitsplätze?

Berlin - Viele der von Schmidt als zusätzliche Jobs deklarierten Stellen seien nur legalisiert worden und keine neuen Jobs, sagte Hauke der "Financial Times Deutschland". Daher habe die Bundesanstalt der Sozialministerin davon abgeraten, die Zahlen zu veröffentlichen.

Schmidt hatte vergangenen Freitag gesagt, durch die Hartz-Reform seien auf dem deutschen Arbeitsmarkt 930.000 neue Minijobs entstanden. Diese Zahlen hätten die Erwartungen der Bundesregierung bei weitem übertroffen, weil man ursprünglich mit 300.000 neuen Jobs gerechnet habe, hatte Schmidt gesagt.

Die Hartz-Reform mit den Minijobs ist am 1. April 2003 in Kraft getreten. Mit der Neuregelung fallen bis zu einer Einkommenshöhe von 400 Euro für Arbeitnehmer keine Steuern oder Sozialabgaben an. Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 25 Prozent. In einer Gleitzone von 400 bis 800 Euro zahlt der Arbeitgeber die üblichen Sozialbeiträge, während sie für den Arbeitnehmer langsam ansteigen.



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