Einschätzung des Wirtschaftsministeriums Minimale Mehrkosten durch die Speicherumlage

Nicht verwechseln: Es gibt die Gasumlage, die Versorger wie Uniper retten soll, und die Speicherumlage für das Füllen der Gasspeicher. Wenigstens in diesem Bereich gibt es gute Nachrichten.
Gasspeicher in Rehden

Gasspeicher in Rehden

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

Das Wirtschaftsministerium rechnet wegen einer Gasspeicherumlage nicht mit relevanten Mehrkosten für die Verbraucher. Das machte ein Sprecher am Mittwoch deutlich. Der Verkaufspreis sei derzeit höher als der Einkaufspreis, daher gehe das Ministerium nicht davon aus, dass diese Umlage eine »relevante Größe« erreiche.

Weiter hieß es aus dem Wirtschaftsministerium, das Preisgefüge spiele bei der Erhebung der Umlage eine wichtige Rolle. Es komme daher nicht automatisch zu Preiserhöhungen für die Energieversorger und mittelbar für die Endkunden.

Speicher zu 72 Prozent gefüllt

Die Speicherumlage nach dem Energiewirtschaftsgesetz – nicht zu verwechseln mit der Gasumlage – soll der Firma Trading Hub Europe (THE), die für die deutsche Gasmarkt-Organisation zuständig ist, die Kosten ersetzen, die ihr zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit entstehen, etwa für den Einkauf von Gas.

Derzeit wichtigstes Ziel von THE ist die Einhaltung der Füllstandsvorgaben für die Gasspeicher. Sie sollen am 1. November zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein. Die Höhe der Umlage ist noch unbekannt. Eine erstmalige Festsetzung der Umlage wird laut THE zum 1. Oktober 2022 erfolgen.

Die geringen Kosten für Verbraucher sind derzeit nicht die einzige gute Nachricht vom Speichergeschehen: Die deutschen Gasspeicher sind mittlerweile über 72 Prozent gefüllt, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, am Mittwoch beim hessischen Gasgipfel: »Das ist besser als in den letzten Wochen und Monaten.«

Müller zeigte sich sehr zuversichtlich beim Erreichen des Ziels, bis zum 1. September eine Füllung der Gasspeicher von 75 Prozent zu erreichen. »Da sind wir auf einem guten Weg.«

Darum geht es bei der Gasumlage

Die Lage sei jedoch aus Sicht der Bundesnetzagentur weiter angespannt, da nur etwa 20 Prozent der vertraglich zugesicherten Gasmenge aus Russland geliefert werde, sagte Müller. Um eine Gasmangellage zu vermeiden, müsse zudem deutlich mehr Gas eingespart und neue Gasquellen müssten erschlossen werden.

Von der Speicherumlage zu unterscheiden ist die Gasumlage, die der Beschaffung von Gas dient. Sie soll ab Anfang Oktober greifen und Gasversorgern wie Uniper zugutekommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende, günstigere Gasmengen aus Russland kaufen müssen. Sie können diese Mehrkosten aber bisher nicht an Kunden weitergeben – dies soll über die Umlage geschehen. Uniper war in finanzielle Turbulenzen geraten, der Bund hatte ein milliardenschweres Rettungspaket beschlossen. Die Höhe der Umlage soll am Montag bekannt gegeben werden.

mamk/dpa-AFX
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