Minus beim Minimobil Mercedes stoppt neue Smart-Modelle

Eingestellt werden soll die Marke nicht - weiterentwickeln will man sie aber auch nicht: Der Kleinstwagen Smart bleibt eine große Belastung für Mercedes. Der neue Chef hat nun die Entwicklung neuer Varianten bis auf Weiteres angehalten. Auch bei Mercedes insgesamt sind die Gewinne gesunken.


Cordes in Detroit: "Das wäre dumm"
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Cordes in Detroit: "Das wäre dumm"

Detroit - "Wir haben viele Projekte zunächst gestoppt, um in Ruhe analysieren zu können, wie wir Smart profitabel machen können", sagte Eckhard Cordes auf der Detroit Auto Show zu Journalisten. Dazu gehöre auch das Geländefahrzeug Formore, dessen Markteinführung ursprünglich für 2006 geplant war. Der neue Chef der Mercedes Car Group schloss auch nicht aus, dass der Formore gar nicht mehr gebaut wird. Das Ergebnis der Analyse sei offen. Die Marke Smart aufzugeben, steht laut Cordes jedoch nicht zur Diskussion: "Das wäre dumm." Er betonte, auch am Luxuswagen Maybach werde festgehalten.

Seit dem Marktstart vor sechs Jahren hat Smart, der zur Mercedes Car Group gehört, dem Konzern Milliardenverluste beschert. Zuletzt verfehlte das Unternehmen mit 139.600 verkauften Smart-Modellen im vergangenen Jahr das angepeilte Absatzziel von 155.000 Einheiten.

Als erste Reaktion auf die wachsenden Verluste hatte der Mutterkonzern DaimlerChrysler Chart zeigen angekündigt, den Smart künftig verstärkt über Mercedes-Händler zu verkaufen. Zugleich wollte der Konzern die Smart-Einführung auf dem weltgrößten Automarkt, den USA, beschleunigen.

Cordes: Qualitätsprobleme bei älteren Modellen

Ob DaimlerChrysler immer noch erwarte, dass Smart 2006 einen Gewinn erzielen wird, sagte Cordes nicht. Aber der Erfolg der Dieselversion des Smart-Zweisitzers in Kanada gebe dem Unternehmen Anlass zu Optimismus für gute Chancen des Smart in den USA. Zudem prüft DaimlerChrysler die Möglichkeiten für eine Markteinführung des Smart-Viersitzers Forfour in China.

Dank neuer Modelle rechnet Cordes 2005 mit einer substanziellen Steigerung des weltweiten Absatzes. 2004 hatte Mercedes das selbst gesteckte Verkaufsziel von über 1,2 Millionen Fahrzeugen verfehlt. Eine konkrete Prognose für 2005 wollte Cordes nicht nennen. Beim Ertrag habe die Mercedes Car Group wie bereits erwartet das Rekordergebnis von 2003 verfehlt.

Zentrales Thema bleibe die Fortsetzung der Qualitätsoffensive. Zu den Kosten äußerte sich Cordes nicht. Bei den vier neuen Mercedes-Modellen sei inzwischen ein optimales Qualitätsniveau erreicht worden. Von älteren Baureihen könne man dies nicht immer behaupten. Es seien beispielsweise zwei Jahre alte Fahrzeuge im Markt, die den Ansprüchen von Mercedes nicht genügten. Dies müsse behoben werden, sagte Cordes. Rückrufe werde es aber nicht geben.

Der schwache Dollar wird Mercedes auch 2005 belasten. Er rechne in naher Zukunft nicht mehr mit einer Parität von Dollar und Euro. In einem erwarteten Korridor von 1,20 bis 1,30 Dollar müsse sich Mercedes bei Währungsabsicherungsgeschäften (Hedging) beweisen. Zu welchem Prozentsatz und bis wann Mercedes abgesichert sei, sagte Cordes nicht.



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