Minus-Tag Kursrutsch an den Börsen

Schwache Vorgaben aus New York und der Ausverkauf an der Tokioter Börse belasten den deutschen Aktienmarkt. Der Dax kann die Marke von 5300 Punkten nicht halten. Die Aktien der Deutschen Börse und von Bayer hat es besonders erwischt.


Frankfurt am Main - Der Dax Chart zeigen notierte gegen Mittag bei 5298,37 Punkten, ein Minus von fast 100 Zählern beziehungsweise 1,8 Prozent. Seit dem Jahreshoch vor einem Monat büßte er damit bislang rund 14 Prozent ein. Der MDax Chart zeigen sank um 3,29 Prozent auf 7301,44 Zähler. Der TecDax Chart zeigen gab um 3,46 Prozent auf 595,67 Punkte nach. Damit fiel er erstmals seit Jahresbeginn unter 600 Zähler. Das Handelsvolumen habe leicht angezogen, sagten Händler. Für einen Ausverkauf sei die Beteiligung allerdings noch zu gering.

Minus-Zeichen in Tokio: Seit dem 11. September 2001 hat der Nikkei an einem Tag nicht so viele Punkte verloren
DPA

Minus-Zeichen in Tokio: Seit dem 11. September 2001 hat der Nikkei an einem Tag nicht so viele Punkte verloren

Die deutschen Märkte litten vor allem unter den schlechten bis miserablen Vorgaben. Der US-Leitindex Dow Jones Chart zeigen hatte am Vorabend nach Xetra-Schluss rund 93 Punkte abgegeben und schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent. Der Nasdaq Composite Chart zeigen schloss 2,1 Prozent schwächer und fiel unter die Marke von 2100 Zählern. Die schwachen US-Vorgaben hatten auch Anleger in Asien zu massiven Verkäufen motiviert: Der Nikkei Chart zeigen gab am Dienstag um 4,1 Prozent nach, ein Tagesverlust von 614 Punkten - der bisher größte in diesem Jahr.

Nur Schering-Aktien können punkten

Einziger Gewinner im Dax waren die Papiere von Schering Chart zeigen, die um 0,63 Prozent auf 86,79 Euro stiegen. Merck KGaA Chart zeigen hält inzwischen mehr als 20 Prozent an dem Berliner Pharmakonzern. Damit fehlen Merck etwas mehr als 4 Prozent, um Bayer Chart zeigen bei der Schering-Übernahme einen Strich durch die Rechnung zu machen. Bayer erwägt eigenen Angaben zufolge, Schering-Aktien auch über dem Angebotspreis von 86 Euro zu kaufen.

Die Titel von Bayer rutschten um 3,60 Prozent auf 31,12 Euro. Aktien von Merck fielen im Nebenwerteindex MDax um 3,61 Prozent und damit knapp unter die Marke von 70 Euro.

Schwächster Wert im Dax waren die Papiere der Deutschen Börse Chart zeigen, die sich zuletzt um 6,10 Prozent auf knapp 94 Euro verbilligten. Die Deutsche Börse erwägt einem Bericht der "FTD" zufolge, ihr Fusionsangebot an die Aktionäre der Euronext Chart zeigen durch eine andere Art der Berechnung zu versüßen. Damit will sie die New York Stock Exchange Chart zeigen (NYSE) noch ausstechen, die sich mit der Euronext-Spitze bereits auf eine acht Milliarden Euro schwere Fusion geeinigt hat. Zudem berichtet eine italienische Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise, dass die Euronext der Borsa Italia am Wochenende ihre Übernahmebedingungen vorlegen werde. Eine Übernahme solle dann nach einem Zusammenschluss mit der NYSE erfolgen.

US-Konsum schwächer erwartet

Nach Aussagen von Händlern stehen unverändert Inflationssorgen im Blickpunkt der Anleger. Die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten dürfte auch von den anstehenden Inflationsdaten abhängen: Die US-Einzelhändler dürften im Mai eine merkliche Abkühlung der Konsumlust verzeichnet haben. Die Daten werden heute  am Nachmittag vom US-Handelsministerium veröffentlicht.

Der amerikanische Investmentfonds-Manager Capital Group Companies hat seine Beteiligung an der im Dax notierten Immobilienbank Hypo Real Estate Chart zeigen deutlich aufgestockt.

Der Finanzinvestor habe am 1. Juni 10,002 Prozent an der ehemaligen HVB-Tochter gehalten, teilte Hypo Real Estate am Dienstag in einer Finanzanzeige mit. Ende März hatte Capital Group erst die Schwelle von fünf Prozent überschritten und damals eine Beteiligung von 5,39 Prozent gemeldet. Aktien von Hypo Real Estate gaben zuletzt rund 2 Prozent auf knapp 43 Euro ab.

Solarwerte im TecDax unter Verkaufsdruck

Im TecDax präsentierten sich insbesondere Solarwerte schwach. So rutschten Conergy Chart zeigen nach dem Aktiensplit vom Vortag 5,85 Prozent auf 39,45 Euro ab. Solon verbilligten sich um 5,84 Prozent auf 34,18 Euro. Ersol Chart zeigen gaben um 5,00 Prozent auf 38,95 Euro. Neue Nachrichten gibt es für den Sektor laut Marktteilnehmern jedoch nicht.

Pfeiffer Vacuum Chart zeigen Technology verloren angesichts des schwachen Marktumfeldes trotz positiver Nachrichten 2,42 Prozent auf 46,45 Euro. Der Vakuumtechnologie-Spezialist will mit dem Rückkauf eigener Aktien beginnen, wie das Unternehmen am Vorabend mitteilte.

Der Goldpreis ist erstmals seit knapp zwei Monaten wieder unter die Marke von 600 US-Dollar gesunken. Eine Feinunze kostete im asiatischen Handel am Morgen 594,25 Dollar und damit 10,00 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Montag. Seit dem Erreichen eines 26-Jahres-Hochs Anfang Mai mit Notierungen über 720 Dollar ist der Goldpreis stetig zurückgegangen.



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Steffen Kahnt 11.08.2005
1.
Auswandern !
Bernd Klehn 11.08.2005
2.
Kein Wunder, dieses ist zwangsläufig das Ergebnis, wenn 400 Milliarden jährlich als Arbeitsstrafabgabe von den untern und mittelen Einkommen eintrieben werden, anstatt sie wettbewerbsneutral als Binnenmarktabgabe (=Mehrwertsteuer, trifft ausländische und inländische Produkte gleichermaßen und fällt bein Export nicht an) zu erheben.
Krischi, 11.08.2005
3.
---Zitat von sysop--- Was sollten wir gegen das schlechte und wirtschaftsfeindliche Image tun? ---Zitatende--- Frau Kuenast von den Grünen fragen - die hat doch immer tolle Ideen und ist eine anerkannte "Wirtschaftsexpertin"!
Randolf Butzbach, 11.08.2005
4. Wie denn?! Mit dem halben Geld?!
Wo soll denn die Binnennachfrage herkommen? Jeder weiß es (auch die Leute vom Statistischen Bundesamt, wenn man sie privat fragt), aber keiner spricht öffentlich darüber: Mit der Einführung des Euro haben zahlreiche Dienstleister und Händler im günstigsten Fall die Preise 1:1 umgerechnet. Teilweise sind Aufschläge von 300% zu beobachten. Dies betrifft insbesondere die Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Auto, Friseur, etc. Faktisch kommt das somit einer Einkommenshalbierung gleich: Wenn ich aber (faktisch) nur noch halb soviel Geld zum Ausgeben habe -- womit soll ich dann den Konsum und damit die Kojunktur und Binnennachfrage ankurbeln? Da nützt es auch nichts, dass die Digitalkameras jetzt nur noch die Hälfte gegenüber von vor drei Jahren kosten (wie das Statistisch Bundesamt mit einberechnet) -- ich kaufe nur so selten eine Digitalkamera. Und wenn, dann kommt die auch noch aus Mangel an deutschen Alternativen aus Fernost -- bringt der Deutschen Wirtschaft also auch nichts.
DFault, 11.08.2005
5.
Wirtschaftsfeindlich?! Ich glaube noch nie zuvor ging es der heimischen Wirtschaft besser. Eine kleine Drohung an die Politik (z.B. Standortschließungen) ist ausreichend um gewisse Steuervorteile zu erlangen (siehe Gewerbesteuer). Aus gleichem Grund verzichten Arbeiter und Angestelle auf Lohnerhöhungen und sind mit Arbeitsplatzgarantien zufrieden. Und das obwohl immer dickere Gewinne eingefahren werden. Ich behaupte unserer Wirtschaft geht es nicht schlecht. Ein großer Teil der schlechten Stimmung ist m.E. von der Wirtschaft so gewollt (gar fociert?). Die schlechte Binnennachfrage kann man -und da gebe ich meinem Vorredner recht- nur durch massive Steuererleichterungen ankurbeln. Habe ich mehr Geld in der Tasche, kann ich auch mehr ausgeben. Oder frei nach dem Motto: Greif' mal einem nackten Mann in die Tasch'! Die MwSt zu erhöhen ist nur dann der richtige Weg, wenn gleichzeitig die "Arbeitsstrafabgaben" zurückgefahren werden. Es ist richtig, dass eine MwSterhöhung aus- und inländische Produkte gleichermaßen trifft, viel wichtiger ist jedoch, dass es arme und reiche Bürger gleichermaßen trifft. Es entstünde also keine Benachteiligung/Bevorzugung. Vielleicht sollte man Frau Künast wirklich fragen...immerhin scheint rot-grün ansatzweise ein Konzept zu haben. Wie ich hörte, möchte die Union im Wahlkampf stärker auf die Fehler und Versäumnisse der rot-grünen Regierung eingehen. Na klar, das lenkt dann ja auch von der eigenen Konzeptlosigkeit ab und man braucht keine verbindlichen Aussagen treffen.
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