Missglückter Hunde-Werbespot Chrysler entschuldigt sich für Stromschlag-Reklame

Der Versuch, witzig zu sein, birgt bei Werbung Risiken: Tierschützer fanden einen jüngst ins Netz gestellten Werbespot von Chrysler beispielsweise gar nicht lustig. Darin wird ein Hund, der an das Modell Nitro pinkelt, vom Schlag getroffen.


Detroit – Erst schnüffelt der Hund genüsslich am Reifen, dann hebt er das Bein – im nächsten Moment ist er von hellen Blitzen umgeben und geht dann in Flammen auf. "Geladen mit Adrenalin", endet der Reklamespot für den Chrysler Nitro, in dem das Tier vom Schlag getroffen wird. Tierschützer fanden das von der niederländischen Vertretung der Werbeagentur BBDO entwickelte Filmchen gar nicht witzig. Nach massiver Kritik entschuldigte sich Chrysler: "Die Chrysler Gruppe hat bestürzt entdeckt, dass eine Werbung, die von einer Agentur, die unseren Auftritt auf dem niederländischen Markt unterstützt, weit über die Grenzen dessen hinausgeht, was das Unternehmen als angemessen ansieht."

Dodge Nitro: Der Hund schnüffelt am Rad - da trifft ihn der Schlag
DDP

Dodge Nitro: Der Hund schnüffelt am Rad - da trifft ihn der Schlag

Die allein für das Internet entwickelte Werbung zeige eine "fiktionale aber dennoch unangemessene Behandlung von Tieren", heißt es in der Stellungnahme weiter. Das sei "extrem schlechter Geschmack". Chrysler untersuche nun die Ursprünge dieses Spots.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Konzern wegen politisch nicht korrekter Werbung in die Kritik gerät. Im vergangenen Jahr sorgte ein US-Spot für den Dodge Caliber zu heftigem Protest von Homosexuellen-Verbänden: Darin verwandelt eine wütende Fee einen muskulösen Kerl mit großem Hund in einen gelb gekleideten Mann mit einer rosa betuchten Hündchengruppe.

Der jetzige Fauxpas wäre nicht nötig gewesen. Denn dass Spots mit sterbenden Tieren bei vielen Zuschauern nicht gut ankommen, wurde schon vor geraumer Zeit klar. Da ging im Internet ein Filmchen um, in dem eine neugierige Katze von einem sich plötzlich schließenden Autodach eines Ford Ka getötet wird. Der Spot sorgte damals ebenfalls für heftige Proteste - dabei war er gar nicht von Ford oder einem seiner Werbepartner ins Netz gestellt worden, sondern von einem Hobbyfilmer.

Sind solche Spots einmal auf den großen Video-Webseiten eingestellt, ist es schwer, sie wieder aus der Welt zu schaffen beziehungsweise aus dem Netz zu verbannen. Chrysler habe die nun so harsch kritisierte Stromschlag-Werbung aus dem Fundus der Videowebsite "YouTube" entfernen lassen, heißt es in der Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Tatsächlich aber fand sich der Spot dort heute Mittag noch – ebenso der schon mehrere Jahre alte Film über den Ford Ka.

ase/Reuters



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