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INTERNET »Mit aggressivem Marketing«

Teles-Chef Sigram Schindler, 64, über den Preiskampf der Internet-Dienste
aus DER SPIEGEL 44/2000

SPIEGEL: Seit über einem Jahr bieten Sie mit Strato einen Internet-Zugang an, der etwa 60-mal schneller als ISDN ist. Doch der große Durchbruch bleib bislang aus. Ist Ihr skyDSL zu teuer?

Schindler: Verzögerungen sind in der Tat entstanden: Den skyDSL-Dienst wirklich attraktiv zu machen erwies sich technisch als viel komplizierter als ursprünglich vermutet, so dass wir auch mit einem aggressiven Marketing dafür noch gar nicht anfangen konnten. Im November beginnen wir aber mit einer breit angelegten Werbekampagne, von der ich mir einigen Erfolg erwarte. Im Übrigen haben Sie schon Recht: Private Nutzer hätten gern alles umsonst - das können wir leider an der Stelle nicht bieten. Wir sind immerhin die Preiswertesten in diesem Marktsegment.

SPIEGEL: Ihr Breitband-Dienst läuft über einen Satelliten von Eutelsat und ist damit kostenintensiver als herkömmliche Internet-Dienste. Wie viele Nutzer wollen für die Schnelligkeit mehr zahlen?

Schindler: Wir glauben, dass wir in Europa bis Ende nächsten Jahres 160 000 Benutzer gewinnen können.

SPIEGEL: Immer mehr Anbieter setzen im Preiskampf auf eine Flatrate. Wollen Sie auch eine solche Monatspauschale, die alle Kosten abdeckt, einführen?

Schindler: Nein, eine Flatrate kann es in diesem Umfeld grundsätzlich nicht geben - bei uns nicht und auch bei keinem anderen Anbieter.

SPIEGEL: Viele Experten glauben, dass in ein paar Jahren UMTS den satellitengestützten Internet-Zugang ablösen wird.

Schindler: Wer das glaubt, kann kein Experte sein. Beide Dienste sind in ihren Charakteristika so unterschiedlich, dass sie einander nicht ersetzen können. Dies gilt vor allem für die Bandbreite: Bei unserem skyDSL-Dienst können Sie schon heute jederzeit mit bis zu 8 Megabit pro Sekunde surfen, während UMTS Ihnen bestenfalls 2 Megabit Bandbreite liefert, in der Regel aber ISDN-Geschwindigkeit, also 64 Kilobit pro Sekunde.

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