Mitbestimmungsstreit MAN-Betriebsrat greift Porsche-Führung an

Schützenhilfe vom Lastwagenbauer: Der MAN-Betriebsrat unterstützt Volkswagen im Streit mit Porsche. Bei dem Sportwagenhersteller würden "Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten". Dabei hatte Anfang der Woche ein Gericht zugunsten von Porsche entschieden.


Wolfsburg - Der Betriebsratschef von MAN-Nutzfahrzeuge, Jürgen Dorn, hat im Streit um die Mitbestimmungsvereinbarung zwischen Porsche und VW die Führung des Sportwagenherstellers scharf angegriffen. "Wir wollen nicht irgendwann in einen Konzern eintreten, bei dem die Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten werden", sagt Dorn der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". "Wir sind sehr besorgt über die Aktionen der Porsche-Spitze und hoffen, dass man in Zuffenhausen noch zur Besinnung kommt. Wir unterstützen die Positionen des VW-Betriebsrats."

Porsche-Produktion in Stuttgart: Hoffen auf Besinnung
DPA

Porsche-Produktion in Stuttgart: Hoffen auf Besinnung

In dem seit Monaten dauernden Streit zwischen Volkswagen Chart zeigen und Porsche Chart zeigen geht es um die Machtverteilung zwischen den Arbeitnehmervertretern beider Autobauer im künftigen Konzernbetriebsrat der Porsche Holding SE. VW hat 30-mal so viele Mitarbeiter wie Porsche, in dem Gremium sollen aber je 20 VW- und Porsche-Betriebsräte sitzen. Deshalb fühlen sich die VW-Arbeitnehmer unterrepräsentiert.

Das Arbeitsgericht Stuttgart hatte dagegen am Dienstag in einem Rechtsstreit um die künftige Mitbestimmungsregelung zugunsten von Porsche entschieden. Es wies den Antrag des VW-Betriebsrats ab, mit dem der die Vereinbarung der Porsche Holding kippen wollte.

Volkswagen ist bei MAN Chart zeigen mit rund 30 Prozent größter Einzelaktionär. Sollte VW seinen Anteil an MAN mittelfristig über 50 Prozent schrauben, wäre der Nutzfahrzeugbauer eine weitere VW-Konzern-Tochter mit Anspruch auf Sitze in den Arbeitnehmergremien von Volkswagen und der neuen Porsche Holding SE. MAN ist eines der größten Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen in Europa mit Sitz in München.

kaz/ddp/Reuters

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