Mitgliederschwund DGB muss eigene Stellen streichen

In den ersten fünf Monaten 2004 sind mehr Menschen aus den Gewerkschaften ausgetreten als im gesamten vergangenen Jahr. Nun wird wohl ausgerechnet der Deutsche Gewerkschaftsbund massiv beim Personal sparen müssen.


DGB-Logo: Beschleunigter Trend
DPA

DGB-Logo: Beschleunigter Trend

Berlin - Der Stellenabbau wird voraussichtlich über mehrere Jahre gestreckt - deutlich spürbar dürfte er trotzdem sein. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sollen in den nächsten drei Jahren neun Prozent der derzeit 800 Stellen beim DGB abgebaut werden. Das Blatt beruft sich auf nicht näher bezeichnete Gewerkschaftskreise.

Allein zwischen Januar und Mai dieses Jahres haben die einzelnen DGB-Gewerkschaften insgesamt rund 345.000 Mitglieder verloren, so der Bericht weiter. Damit hätte sich der Trend zum Austritt weiter beschleunigt. Im Gesamtjahr 2003 war die Zahl der Mitglieder in den acht DGB-Gewerkschaften auf etwa 7,7 Millionen gesunken - ein Minus von rund 337.000 über alle zwölf Monate.

DGB-Chef Michael Sommer hatte nach Bekanntwerden der Zahlen für 2003 in einem Interview eigene Fehler eingeräumt - etwa den offenen Streit innerhalb des DGB über die richtige Strategie gegenüber der Agenda 2010. Dies habe die Austritte gefördert. Sommer betonte zugleich, der Zuspruch vor allem bei jungen Menschen wachse. Die Trendwende sei zwar noch nicht erreicht, so Sommer in dem früheren Interview, aber: "Wir werden besser."



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