Coronakrise Mittelstand erwartet Pleitewelle nach Bundestagswahl

Der drohende Corona-Lockdown versetzt die deutsche Wirtschaft in Angst und Schrecken. Aber auch ohne neuerliche Unterbrechung der Wirtschaftstätigkeit dürften die Folgen der Pandemie bald zu spüren sein. 
Auto-Zulieferer (Symbolbild): Angst vor dem zweiten Lockdown

Auto-Zulieferer (Symbolbild): Angst vor dem zweiten Lockdown

Foto: Oliver Killig/ picture alliance / dpa

Der Mittelstand erwartet spätestens nach der kommenden Bundestagswahl infolge der steigenden Corona-Infektionen eine Pleitewelle. Er erwarte eine starke Zunahme der Unternehmensinsolvenzen und einen "massiven Verlust von Arbeitsplätzen", sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven der "Augsburger Allgemeinen".

Ohoven warnte zudem vor einem zweiten Lockdown: "Das wäre der wirtschaftliche GAU für unser Land." Der Mittelstand erwarte einen "klaren Maßnahmenplan" zur Entlastung der Unternehmen, um Investitionen und damit Wachstum zu fördern. Im Klartext heißt das laut Ohoven: Abschaffung des Soli für alle, Senkung der teuersten Stromsteuer auf EU-Niveau und ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 15 Prozent auf Dauer.

Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer fordert auch der Handelsverband HDE. "Die Rückkehr zu den alten Sätzen zum Jahreswechsel ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll", sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, der "Welt". Derzeit würden viele Kunden die Innenstädte und den Einkaufsbummel meiden, um Kontakte zu reduzieren. Deshalb brauche der Konsum weiterhin eine Stütze. "Die gesenkten Sätze sollten so lange beibehalten werden, bis die Pandemie zuverlässig überwunden ist", sagte Genth.

mik/Reuters
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