MobilCom Aufsichtsratschef wirft Schmid Gesetzesbruch vor

Vorstandschef Gerhard Schmidt hat nach Auffassung des Mobilcom-Aufsichtsrates das Aktiengesetz gebrochen. Der Manager soll den Rest des Vorstands zu spät über ein umstrittenes Aktienoptionsprogramm informiert haben.


Mobilcom-Zentrale: Das Geschäft wird rückgängig gemacht
DPA

Mobilcom-Zentrale: Das Geschäft wird rückgängig gemacht

Hamburg - Aufsichtsratschef Klaus Ripken berichtete zu Beginn der Mobilcom-Hauptversammlung am Donnerstag von einem Gutachten des Wirtschaftsprüfers BDO, dem zufolge Schmidt es versäumt habe, im Zusammenhang mit einem geplanten Aktienoptionsprogramm den übrigen Vorstand ausreichend zu informieren. Darin sahen die Wirtschaftsprüfer laut Ripken einen Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht.

In dem Aktienoptionsprogramm geht es um zwei Millionen MobilCom-Aktien Chart zeigen, mit denen das Mobilfunkunternehmen Händler belohnen wollte, die neue Kunden akquirieren. Die Aktien gehörten ursprünglich der

Millenium GmbH aus Kiel, deren Geschäftsführerin Schmidts Ehefrau Sybille Schmid-Sindram ist. Mobilcom zahlte Schmidt-Sindram im Feburar 2002 für ihr Aktienpaket laut Unternehmen eine Prämie von 68 Millionen Euro. Das Geschäft soll laut Ripken innerhalb der nächsten sieben Tage rückabgewickelt werden. Die Aktien waren noch nicht an die Händler weitergegeben worden.

Die Transaktion war schon vor einiger Zeit von France Télécom kritisiert worden. Das Unternehmen hält einen Anteil von 28,5 Prozent an Mobilcom. Schmid hatte sich im März nach langem Streit mit France Télécom bereit erklärt, seine Mobilcom-Anteile an eine Bankengruppe zu verkaufen und als Firmenchef abzutreten. Allerdings sind die Einzelheiten seines Ausstieges noch nicht endgültig geklärt.



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