Mobilfunk-Lizenzen Versteigerung könnte Bund 100 Milliarden Mark bringen

Bei der Versteigerung der Lizenzen für den Mobilfunk der dritten Generation kann der Bund auf hohe Einnahmen hoffen. Für die Bieter-Rallye um die höchstens sechs Lizenzen gehen neun Unternehmen an den Start.


Frankfurt am Main - Bis zum Ende der Bewerbungsfrist kündigten sieben deutsche Firmen, das finnisch-britisch-spanische Konsortium Group 3G und der US-Konzern MCI Worldcom an, sich an der Auktion der vier bis sechs deutschen UMTS-Lizenzen im Sommer zu beteiligen.

NOKIA
Analysten halten Einnahmen für den Bund von 100 Milliarden Mark für möglich. Alle derzeitigen deutschen Mobilfunkbetreiber - Deutsche Telekom, Mannesmann Mobilfunk, e-plus und VIAG Interkom - bestätigten, dass sie an der Auktion teilnehmen wollen. Auch die bislang netzunabhängigen Telefongesellschaften debitel, MobilCom und Talkline möchten jeweils mit Unterstützung ausländischer Gesellschafter um die UMTS-Lizenzen mitbieten.

Bei dem ebenfalls interessierten Konsortium Group 3G handelt es sich um eine Gruppierung, an der die finnische Telefongesellschaft Sonera, die britische Mobilfunkgesellschaft Orange und die spanische Telefonica beteiligt sind. MCI hatte sich bereits an der UMTS-Auktion in Großbritannien beteiligt, war dort aber leer ausgegangen.

Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation prüft nun die Bewerber auf ihre Eignung, um später die Teilnehmer an der Auktion zu bestimmen. Die Auktion selbst soll dann im Sommer stattfinden, der Betrieb der Netze wird etwa für das Jahr 2002 erwartet.

UMTS soll die Funktelefone durch deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten voll internet- und multimediafähig machen. In Großbritannien ist die Versteigerung der dortigen UMTS-Lizenzen bereits abgeschlossen, die Käufer zahlen für die fünf Lizenzen zusammen umgerechnet rund 75 Milliarden Mark. Analysten gehen davon aus, dass die Lizenzen in Deutschland wegen des um ein Drittel größeren Marktes noch höher bewertet werden.



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