Mobilfunk Monti will Preise drücken

Die hohen Gebühren für internationale Handy-Verbindungen sind EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti seit langem ein Dorn im Auge. Jetzt hat er konkrete Schritte angekündigt.


EU-Kommissar Monti: Keine Gnade für Roaming-Sünder
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EU-Kommissar Monti: Keine Gnade für Roaming-Sünder

Madrid - Monti will noch in diesem Jahr gegen Telekommunikationsanbieter vorgehen, die zu hohe Roaming-Gebühren erheben. Diese Gebühren werden dem Mobilfunknutzer automatisch belastet, wenn er im Ausland angerufen wird oder von dort aus telefoniert. Da hierbei in der Regel das Funknetz eines anderen Anbieters genutzt wird, muss für die Verbindung über die Landesgrenze teils ein Vielfaches der sonst üblichen Minutenpreise bezahlt werden.

"Wir haben unsere Untersuchung auf einige Mitgliedsstaaten eingeschränkt, in denen die Situation sehr ernst ist", sagte Monti. Seit längerem ärgert sich der Wettbewerbskommissar öffentlich über die Gebühren, die seiner Ansicht nach überhöht sind. Der Wettbewerb funktioniere wegen der begrenzten Zahl von Anbietern nur eingeschränkt, lautet der Vorwurf. Ein formelles Kartellverfahren hat Brüssel bislang nicht eröffnet.

Auslandstelefonate: Wettbewerb in Gefahr
AP

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Die EU verdächtigt die Telekomanbieter in Deutschland und Großbritannien außerdem, Roaming-Preise abgesprochen zu haben. In der Bundesrepublik besteht zudem der Verdacht, dass auch Großhandelstarife abgeglichen wurden.

Neben den Roaming-Gebühren hat Monti auch den Plan einiger Anbieter im Visier, durch Kooperation beim Aufbau der Mobilfunknetze der dritten Generation (UMTS) Investitionskosten zu senken.

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