Mobilfunk Quam-Chef schmeißt hin

Ernst Folgmann, bisher Chef des Mobilfunk-Neulings Quam, ist überraschend zurückgetreten. Seine Versuche, eine nennenswerte Zahl von Kunden zu gewinnen, scheiterten kläglich.


Ambitiöse Pläne, dürftige Zahlen: Ernst Folgmann ist es nicht einmal gelungen, Quam zu einem Konkurrenten für O2 oder E-Plus aufzubauen - von Vodafone und T-Mobile ganz zu schweigen
DPA

Ambitiöse Pläne, dürftige Zahlen: Ernst Folgmann ist es nicht einmal gelungen, Quam zu einem Konkurrenten für O2 oder E-Plus aufzubauen - von Vodafone und T-Mobile ganz zu schweigen

München - Das Unternehmen teilte in München mit, Folgman habe sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt und werde in den Aufsichtsrat wechseln. Kommissarisch übernehme Alfredo Acebal die Position. Acebal amtiert derzeit als "Chief Strategy Officer".

Genauere Angaben zu den Gründen für den Rücktritt wollte Quam nicht machen. Er habe aber nichts mit der Entwicklung des Unternehmens zu tun, betonte ein Sprecher. "An unserer Strategie ändert sich nichts." Auch die Eigentümer seien zufrieden mit den Fortschritten bei dem Neuling. Folgmann hatte zuvor unter anderem lange als Satelliten- und Richtfunkexperte bei Bosch gearbeitet.

Quam ist die Marke des spanisch-finnischen 3G Konsortiums, die im August 2000 neben T-Mobile, D2 Vodafone, E-Plus, O2 und MobilCom für mehr als acht Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigert hatte. An dem Konsortium sind die spanische Telefonica und die finnische Sonera beteiligt.

Bis Ende Juni hatte Quam 200.000 Kunden geworben. Von den Konkurrenten ist das Unternehmen damit weit entfernt. Der Mobilfunkbetreiber O2 (früher VIAG Interkom) als nächstgrößerer Anbieter hatte Ende Mai bereits mehr als vier Millionen, E- Plus zuletzt mehr als 7,5 Millionen Kunden. Den Kampf um die Marktführerschaft liefern sich seit langem T-Mobile und Vodafone D2 mit jeweils mehr als 21 Millionen Kunden.



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