Mögliche Immobilienblase Bafin verlangt höheres Sicherheitspolster von den Banken

Die rasant gestiegenen Preise am Immobilienmarkt bereiten der Bankenaufsicht Sorgen. Sie fordert von den Banken einen höheren Risikopuffer, um auf ein Platzen der Blase vorbereitet zu sein.
Bankenviertel in Frankfurt am Main: Sorge vor überforderten Kreditnehmern

Bankenviertel in Frankfurt am Main: Sorge vor überforderten Kreditnehmern

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Die deutschen Finanzaufseher wollen den Banken auftragen, zusätzliche Rücklagen zu bilden, um den gestiegenen Risiken im Finanzsystem Rechnung zu tragen. Der sogenannte antizyklische Kapitalpuffer von aktuell null Prozent solle auf 0,75 Prozent steigen, forderte der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Mark Branson. Dabei geht es um einen Aufschlag auf andere Reserven, der zur Abfederung von Konjunkturabschwüngen dient. Zudem solle ein zusätzlicher Puffer für Wohnimmobilienkredite von zwei Prozent eingeführt werden. Die Anhörungen zu diesen Schritten beginnen an diesem Mittwoch.

Zwar habe sich das Finanzsystem in der Coronakrise als robust erwiesen, erklärte die Bafin. Die Verwundbarkeiten hätten aber zugenommen, insbesondere am Wohnimmobilienmarkt. Dort sind die Preise in den vergangenen Jahre oft über das vernünftige Maß hinaus gestiegen. Besonders in einigen Metropolregionen wird deshalb ein Platzen der Blase befürchtet. In der Folge könnten Kreditnehmer gezwungen sein, zusätzliche Sicherheiten für ihre Hypotheken zu hinterlegen, was wiederum im Ernstfall zu finanzieller Notlage führen könnte. Der zusätzliche Kapitalpuffer würde nach Überzeugung der Finanzaufseher sicherstellen, dass die damit verbundenen Risiken abgesichert wären.

Die vorbeugenden Schritte, mit denen die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors gestärkt werden solle, seien angemessen, sagte Branson nun. Die Geldhäuser hätten ausreichend Zeit, sich auf die Maßnahmen einzustellen, und müssen die angepassten Auflagen bis zum 1. Februar 2023 vollständig umsetzen. Die Aufsichtsbehörde erwartet, dass damit insgesamt 22 Milliarden Euro an hartem Kernkapital im Bankensystem als Polster entstehen. Zusätzlichen Kapitalbedarf haben die Aufseher allerdings nur bei wenigen Instituten ausgemacht.

mik/Reuters

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