"Mohamed" Firma feuert Praktikanten wegen arabischen Vornamens

Mohamed ist einer der häufigsten Vornamen der Welt - doch einem französischen Unternehmen passt er gar nicht. Die Firma wies einen Praktikanten an, sich stattdessen Alexandre zu nennen. Als der junge Mann sich weigerte, kündigte man ihm fristlos.


Paris - Ist es dumm, ist es dreist - oder einfach nur beides? Das französische Unternehmen Maximo hat einen Praktikanten vor die Tür gesetzt, weil er sich am Firmentelefon mit seinem arabischen Namen melden wollte. "Mohamed ist nicht gängig. Du wirst Dich Alexandre nennen, das kommt besser an", soll ein Vorgesetzter den 19-Jährigen angewiesen haben. Als der junge Mann sich weigerte, habe er unverzüglich seine Sachen packen müssen, berichtet die französische Tageszeitung "Libération".

Der Gymnasiast erstattete Anzeige wegen Diskriminierung. "Ich bin Franzose, ich will wie jeder andere auch mit meinem richtigen Vornamen leben", erklärte er. Mohamed gilt mit seinen verschiedenen Schreibweisen als einer der weltweit häufigsten Vornamen. Das Unternehmen mit Hauptsitz im nordfranzösischen Thierville-sur-Meuse wollte sich nicht zu dem Fall äußern. Es beliefert in Frankreich Hunderttausende Haushalte mit Tiefkühlwaren und anderen Lebensmitteln.

fdi/dpa



insgesamt 285 Beiträge
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Tastenhengst, 06.10.2010
1. Na und?
Bei so einem Unternehmen würde ich gar nicht arbeiten wollen.
Indigo76 06.10.2010
2. Man wundert sich...
...dass es tatsächlich Länder auf der Welt gibt, die noch verkorkster sind als Deutschland.
Transmitter, 06.10.2010
3. Vorsicht: Gefälligkeitsjournalismus!
Zitat von TastenhengstBei so einem Unternehmen würde ich gar nicht arbeiten wollen.
Bevor ich Mainstream-Medien auch nur noch ein einziges Wort glaube, recherchiere ich erst mal selbst nach. Einzelne "Journalisten" aus der Gefälligkeitsjournallie haben uns in der Vergangenheit zu perfide hinter die Fichte geführt. Und das ist bis heute so. Übrigens war das in den 60er und 70er Jahren auch so. Damals halt nur mit umgekehrten Vorzeichen.
sukowsky, 06.10.2010
4. Diese Welt ist mit Vernunft zu bearbeiten
Diese Welt ist mit Vernunft zu bearbeiten. Name hin oder her. Die Arbeit ist mir lieber als ein Namensboot ohne Segel.
archie, 06.10.2010
5. Händler=Opportunist
Der Mann war im Bestellservice eines Einzelhändlers tätig. Tatsächlich haben viele Einzelhändler große Angst, Kunden zu vergraulen, wenn z.B. die Optik einer Verkäuferin/Kassiererin bestimmten Normen nicht entspricht. Eine afrikanische Bekannte z.B. darf nur nachts auf die Kunden losgelassen werden, wenn hauptsächlich internationale Kunden aus dem nahen Hafen und dem Rotlichtmilieu einkaufen.
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