Moody's Ratingagentur prüft Vorwurf falscher Bewertungen

Stufte die internationale Ratingagentur Moody's Wertpapiere zu hoch ein? Das Unternehmen geht den Vorwürfen nach, tippt auf einen Computerfehler - und stellt seine Bewertungsmethoden auf den Prüfstand.


New York - Durch Fehler in Computerprogrammen soll Moody's einem Zeitungsbericht zufolge komplexe europäische Finanzanlagen viel zu positiv mit der Höchstnote bewertet haben. Moody's lasse die fraglichen Systeme und Methoden nun von externen Experten unter die Lupe nehmen, teilte die Ratingagentur am Mittwoch in New York mit. Die "Financial Times" berichtete, Moody's habe bereits Anfang vergangenen Jahres die Fehler entdeckt.

Statt jedoch die Papiere wie eigentlich nötig teils vier Stufen schlechter zu benoten, habe die Agentur einige Grundannahmen geändert und dadurch die Top-Bewertung AAA ("Triple-A") beibehalten.

Bei den strukturierten europäischen Schuldpapieren handelt es sich um sogenannte Constant Proportion Debt Obligations (CPDO). Der Gesamtwert solcher von Moody's bewerteten Papiere beläuft sich nach Angaben der Agentur auf rund vier Milliarden Dollar.

Im Zuge der Finanzmarktkrise stehen Ratingagenturen massiv in der Kritik, weil sie für hochriskante Papiere Bestnoten vergaben. Die Moody's-Aktie fiel am Mittwoch wegen der Vorwürfe drastisch um mehr als 15 Prozent.

kaz/dpa-AFX



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