MS Office Microsoft und Nokia wollen Software-Allianz schmieden

Mit Macht drängt Microsoft ins mobile Internet. Mehreren Berichten zufolge will der Konzern am Abend eine Version seiner Büro-Software MS Office für Nokia-Handys vorstellen - ein Paket für Apples iPhone soll folgen.

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Hamburg/New York - Microsoft Chart zeigen verschärft den Kampf ums mobile Internet: Der weltgrößte Software-Konzern plant nach eigenen Angaben eine Kooperation mit dem weltweit größten Handy-Hersteller Nokia Chart zeigen. An diesem Mittwoch gegen 17 Uhr MESZ wollen die beiden Konzerne in einer gemeinsamen Pressekonferenz über ihre Zusammenarbeit informieren.

Nokia-Handy: Bald serienmäßig mit MS Office?
SPIEGEL ONLINE

Nokia-Handy: Bald serienmäßig mit MS Office?

Umfang und Details der Allianz gaben die Unternehmen nicht bekannt - doch die Tatsache, dass die Ankündigung der Pressekonferenz nach Börsenschluss erfolgte, deutet darauf hin, dass die Unternehmen der Sache große Bedeutung beimessen.

Nach übereinstimmenden Berichten des " Wall Street Journal" und des Branchendienstes "CNet News" geht es bei dem Deal um eine engere Zusammenarbeit bei Microsofts Büro-Software MS Office. Darauf deutet auch hin, dass die Pressekonferenz von Stephen Elop, dem Präsidenten von Microsofts Business-Bereich (Office) und von Kai Öistämö, Nokias Vizepräsidenten der Geräte-Sparte, geleitet wird. Nokia und Microsoft nahmen auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE zu den Berichten nicht Stellung.

Eine Software-Allianz würde die beiden einstigen Erzrivalen im Angesicht des sich verschärfenden Wettbewerbs auf dem Mobilfunkmarkt weiter zusammenrücken lassen.

Bislang konkurrieren die zwei Konzerne mit ihren Handy-Betriebssystemen. Microsoft drängt mit dem eigenen Produkt Windows Mobile in den Markt, Nokia hat mit Symbian und dem Umsonst-Betriebssystem Maemo, das künftig im Bereich der Oberklassehandys eine größere Rolle spielen soll, gleich zwei eigene Betriebssysteme am Start. Beide Konzerne tun sich schwer gegen neue Konkurrenten wie Apples iPhone-Betriebssystem und Googles Android-Software.

Es wäre nicht die erste Partnerschaft, die Nokia und Microsoft eingehen. Schon im vergangenen Jahr besiegelten die Konzerne eine Kooperation: Sie erleichterte es Nutzern von Nokia-Telefonen, auf E-Mails in Firmennetzwerken zuzugreifen, die Microsofts Technologie Exchange nutzen.

Vor allem für Microsoft böte eine Zusammenarbeit mit Nokia im Office-Bereich Chancen. Der IT-Riese bekommt in seinem Kerngeschäftsfeld zusehends Konkurrenz. Google etwa versucht, Microsofts Geschäftsfundament mit kostenloser Büro-Software und einem Gratis-Betriebssystem zu unterhöhlen.

Zudem forciert der Suchmaschinenkonzern massiv die Verlagerung von Betriebssystemen und Programmen vom Endgerät ins Internet - in die sogenannte Datenwolke. Steigt die Akzeptanz dafür, wächst der Druck auf Microsoft: Im großen Segment Firmenkundengeschäft dürften sich Office-Lösungen durchsetzen, die computerübergreifende Zusammenarbeit im sicheren, nach außen geschlossenen Intranet ermöglichen - und genau diese Dienste forciert neben Microsoft auch Google immer stärker.

Microsoft will daher mit seiner nächsten Büro-Software-Generation Office 2010 massiv die Wolke erobern. Dabei aber entkoppelt der Konzern seine Büro-Software zusehends von seinen Betriebssystemen. "CNet News" stellt daher die Frage, inwieweit Microsoft durch neue Kooperationen das eigene Handy-Betriebssystem schwächt.

Derzeit laufen Office-Anwendungen nur auf Handys, die Microsofts Betriebssystem Windows Mobile nutzen. Jetzt plant Microsoft, Versionen von Word, Excel und Co., die direkt im Browser laufen - was die Nutzung der Dienste unabhängig von Endgeräten machen würde. Die Kooperation mit Nokia könnte darauf abzielen: MS Office könnte dadurch auf Handys laufen, die Nokias Betriebssysteme Symbian oder Maemo nutzen.

Zudem kursieren schon seit Monaten Gerüchte, dass es bald auch eine Office-Variante für Apples iPhone geben könnte. Todd Bishop, ein Seattler Tech-Blogger, dem sehr gute Kontakte in Microsofts Imperium attestiert werden, schreibt, diese Überlegungen könnten sich schon am Donnerstag konkretisieren. Dann gibt Microsofts Abteilung, die sich mit Apple-Produkten befasst, eine Pressekonferenz. Worum es in dieser geht, sagte der Konzern nicht.



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Seite 1
Acalot 08.07.2009
1.
Zitat von sysopWürden Sie Ihren Rechner einem Google-Betriebssystem anvertrauen? Oder sind kostenpflichtige Produkte von Microsoft vertrauenswürdiger? Welches Betriebssysstem wird sich durchsetzen?
Weder noch, ich traue prinzipiell nur Linux. Ist diese Diskussion nicht etwas verfrüht bevor man auch nur etwas vom Google OS gesehen hat? Wie will man da vergleichen?
Fortune2be 08.07.2009
2. weniger Vertrauen
Ich persönlich denke, dass es schwierig wird, MS den Markt wirklich streitig zu machen. Selbst Apple musste sich letztlich dem Office Paket beugen. Allerdings habe ich bei Google auch mehr persönliche Bedenken. Außer Google Earth kommt bei mir keine Software von Google auf den Rechner. Ich habe das (wahrscheinlich unbegründete) Gefühl, dass sonst alle Informationen in irgendwelche Suchalgortihmen fließen, bzw. regelrechte Profile erstellt werden könnten. Mag sein, dass ich in diesem Fall etwas paranoid bin, allerdings ist mir MS in diesem Zusammenhang allemal lieber.
petenicker 08.07.2009
3.
Zitat von sysopWürden Sie Ihren Rechner einem Google-Betriebssystem anvertrauen? Oder sind kostenpflichtige Produkte von Microsoft vertrauenswürdiger? Welches Betriebssysstem wird sich durchsetzen?
Ok, wenn das die beiden einzigen Möglichkeiten sind, die zur Auswahl stehen: Microsoft. 1. Ist der Mensch ein Gewohnheitstier und 2. wird bei Microsoft nur gemunkelt, dass gerne nach Hause telefoniert wird. Bei Google kann man sich dessen sicher sein.
multiplexer, 08.07.2009
4. Nein danke...
Ubuntu genügt mir...
Faust007 08.07.2009
5.
Zitat von AcalotWeder noch, ich traue prinzipiell nur Linux. Ist diese Diskussion nicht etwas verfrüht bevor man auch nur etwas vom Google OS gesehen hat? Wie will man da vergleichen?
Google OS basiert auf ein Linux Betriebssystem.
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