Münztelefone Die Telekom führt die D-Mark wieder ein

Die Deutsche Telekom startet eine ungewöhnliche Werbeaktion für öffentliche Fernsprecher. Die Telefonzellen des Ex-Monopolisten akzeptieren wieder Mark und Pfennig - jedenfalls vorübergehend.


Telefonzelle: Telefonieren ab zehn Pfennig
DPA

Telefonzelle: Telefonieren ab zehn Pfennig

Bonn - Wie die Telekom-Festnetztochter T-Com mitteilte, nehmen alle 50.000 Münzfernsprecher ab sofort bis zum 31. August wieder Mark- und Pfennigstücke an. Dabei sei ein Umtauschkurs von einer Mark zu einem Euro festgelegt worden. Gespräche, die mit der ehemaligen deutschen Währung geführt werden, kosten damit nur rund die Hälfte im Vergleich zur Zahlung in Euro. Ein Telefongespräch sei folglich wieder ab zehn Pfennig möglich, hieß es. Bezahlt werden kann laut T-Com mit Münzen zu zehn und 50 Pfennig sowie zu einer, zwei und fünf Mark.

Vordergründig begründete T-Com die Aktion mit den hohen Vorräten von D-Mark-Münzgeld in den deutschen Haushalten. Viele Bürger tauschten ihre Reste nicht um, weil sich der Gang zur Bank für die geringen Beträge nicht lohne. Tatsächlich will der Ex-Monopolist damit allerdings auch Werbung für seine Münzfernsprecher machen. Ob dies mehr Umsatz bringe, müsse sich zeigen, hieß es bei T-Com. Ähnliche Aktionen hatte es bisher vor allem im Handel gegeben: So gab es beim Bekleidungsanbieter C&A schon mehrfach Sonderwochen, in denen mit D-Mark bezahlt werden konnte.

Die Umstellung der Telefone war laut T-Com technisch kein Problem. "Im Prinzip mussten wir nur auf einen Knopf drücken und wieder möglich machen, was die Telefone vor der Euro-Einführung schon konnten", sagte der Unternehmenssprecher. Es habe sich um eine reine Softwareumstellung gehandelt, da alle Münzfernsprecher über einen Server miteinander vernetzt seien.



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