Musik-Gigant in der Krise Rolling Stones wollen EMI verlassen

Der Exodus geht weiter: Nach Paul McCartney und Radiohead wollen laut einem Zeitungsbericht nun auch die Rolling Stones den Musikkonzern EMI verlassen. Die Kündigung des 14-Millionen-Pfund-Vertrags wäre ein harter Schlag für den kriselnden britischen Giganten.


London - Dem Musik-Giganten EMI droht eine neue Pleite: Frontmann Mick Jagger und der neue EMI-Eigentümer Terra Firma hätten sich bei einem Treffen nicht auf einen neuen Vertrag einigen können, berichtete die Zeitung "The Times" unter Berufung auf Branchenkreise. Die Rolling Stones hätten ihren 14-Millionen-Pfund-Vertrag, der im Mai ausläuft, gekündigt.

Stones-Sänger Jagger: 14-Millionen-Pfund-Vertrag gekündigt?
AP

Stones-Sänger Jagger: 14-Millionen-Pfund-Vertrag gekündigt?

Das nächste Album veröffentlichen die Stones bei der Konkurrenz - zumindest zunächst geht es dabei aber nur um einen Vertrag für eine Platte. Das Live-Album mit der Musik zum Martin- Scorsese-Dokumentarfilm über die Stones, "Shine A Light", soll im März bei Universal Music erscheinen, wie ein Stones-Sprecher bestätigte. Er habe aber keine Informationen, dass die Stones EMI ganz verließen.

Der US-Musik-Riese hatte erst am Dienstag einen rigorosen Sparkurs und den Abbau von bis zu 2000 Stellen verkündet, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen schrieb. Eine Absage der Stones wäre ein harter Schlag. Nach Angaben der "Times" verdient die Plattenfirma jährlich rund drei Millionen Pfund an den Rockdinosauriern. Zudem halte die Band die Rechte an all ihren Alben seit 1971 selbst - und wolle sie bei einem Wechsel mitnehmen, schrieb die "Times". Die älteren Stones-Platten verkaufen sich noch immer gut.

Die Stones sind zudem nicht die erste Band, die EMI die Treue kündigt. Erst letzten Sommer hatte Ex-Beatle Paul McCartney das Label verlassen. Begründung: EMI sei "langweilig". Auch Verträge mit Künstlern wie Robbie Williams und der Britpop-Band Coldplay stehen offenbar auf der Kippe. Terra-Firma-Chef Guy Hands wurde immer wieder vorgeworfen, er verstehe nichts vom Musikgeschäft. Der Private-Equity-Fonds hatte EMI letzten Sommer übernommen.

ssu/dpa



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